Soll 2023 fertiggestellt sein

Ambitionierte Pläne für Aldi-Markt: „Komplexes Großprojekt“ soll kompletten Stadtteil neu beleben

Vor einem animierten Komplex gehen Menschen entlang, an der Kreuzung stehen Autos an der Ampel
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So soll der Komplex aussehen: Hier ziehen Aldi, eine Kita, ein Restaurant und diverse Bewohner ein.

In Sendling entsteht ein großer Komplex mit einer Aldi-Filiale, Wohnungen, Kita und Restaurant. Auch die Münchner Aids-Hilfe ist involviert.

München - Die ehemalige „Sendlinger Wüste“ wird bebaut. Am Herzog-Ernst-Platz sollen 180 neue Wohnungen, Büros, eine Kindertagesstätte und ein Aldi-Supermakt im Erdgeschoss entstehen. Die städtische Wohnungsgesellschaft GWG spricht von einem „ihrer wichtigsten und komplexesten Großprojekte“.

Das Vorhaben an der Ecke Radlkofer-/Pfeuferstraße könne dem ganzen Stadtteil neue Impulse geben, so die GWG. Und das triste Gelände in Sendling* wird so mit neuem Leben erfüllt. Läuft alles nach Plan, ist der Neubau schon im Frühjahr 2023 fertiggestellt.

Neuer Aldi in München-Sendling: Auch Wohnungen für Auszubildende oder Familien geplant

Laut GWG sind auf einer Fläche von knapp 8000 Quadratmetern unterschiedliche Nutzungen geplant. Die Wohnungen würden in einem bezahlbaren Preissegment für vielfältige Zielgruppen konzipiert und ausgestattet. Zum Beispiel sollen in dem Gebäude künftig Auszubildende und städtische Dienstkräfte leben, genauso wie Familien. Vorgesehen sind außerdem Appartements für den Sozialdienst Katholischer Frauen sowie Büroraum für die Münchner Aids-Hilfe, die vor Ort eigene Wohnungen verwalten wird.

Die Münchenstift realisiert in dem Neubau ein Projekt „Wohnen unterm Regenbogen“ für diskriminierungsfreies, aktives Altwerdens von älteren lesbischen Frauen, schwulen Männern sowie trans- und intergeschlechtlichen Menschen. „Wir geben Ideen Raum“, sagt GWG-Geschäftsführer Christian Amlong.

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Neuer Aldi in München-Sendling: Komplex soll auch Kita und Restaurant beherbergen

Das Vorschlagsrecht zur Belegung der Wohnungen liegt bei der Münchner Aids-Hilfe. Erste Interessierte haben sich schon vormerken lassen. Zusätzlich entstehen in dem Komplex eine Kindertagesstätte, ein Restaurant und ein „Flexiheim“ für zeitlich begrenztes Wohnen. Unter dem Gebäude wird eine Tiefgarage mit rund 160 Stellplätzen errichtet.

Im Erdgeschoss wird als GWG-Mieter ein Supermarkt einziehen - mit einer Verkaufsfläche von rund 1000 Quadratmetern. Amlong: „Als Wohnungsgesellschaft der Stadt ist uns die gute Nahversorgung unserer Mieter ebenso wichtig wie die soziale Infrastruktur. Wir freuen uns deshalb, dass wir mit Aldi Süd einen anerkannten Nahversorger als Ankermieter gewinnen konnten.“

Auch Justus Rehn, zuständiger Aldi-Süd-Ansprechpartner für Immobilienprojekte im Stadtgebiet freut sich über das Gemeinschaftsprojekt mit der Stadt. Nach seinen Angaben sind bereits 60 Prozent der Aldi*-Filialen in München in eine Misch-Immobilie integriert. Die GWG bewirtschaftet in München mehr als 30.000 Mietwohnungen und rund 700 Gewerbeeinheiten.

Innovative Projekte: Unten parken, oben wohnen

In München* gibt es mehrere Beispiele von Wohnbauvorhaben, die über Parkplätzen umgesetzt wurden. Etwa vor dem Wintereingang des Dantebades an der Homerstraße, wo 100 Wohnungen entstanden sind. Auch am Reinmarplatz in Nymphenburg wird von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewofag ein öffentlicher Parkplatz mit 144 Wohnungen überbaut. Planungen bestehen auch für den Kölner Platz in Schwabing und für die Park-and-Ride-Anlage Westkreuz.

Schwieriger gestaltet sich laut Planungsreferat die Überbauung von bestehenden Supermarktstellplätzen. Oft stünden die Eigentumsverhältnisse einer Entwicklung entgegen, weil die Supermärkte lediglich Pächter der Flächen sind. Ein vielversprechendes Projekt sei jedoch die Überbauung eines Lidl*-Marktes an der Tübinger Straße. (kv) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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