Alle Pläne im Überblick

Ansturm auf Aldi-Wohnungen: „Riesiges Potenzial“ in München - Mammut-Projekt nimmt Fahrt auf

Aldi baut Immobilien: Das Modell eines Aldi-Baus mit einer Filiale und Wohnungen darüber
+
Aldi baut Immobilien in München: Daheim beim Discounter

Bei Aldi nicht nur einkaufen, sondern auch leben? In München sind die neuen Immobilien-Projekte des Discounter-Riesen heiß begehrt. Ein Überblick. 

München - Aldi stockt auf, im buchstäblichen und im übertragenen Sinne… Die Zeiten, in denen der Discounter im Gewerbegebiet eine typische Filiale im Flachbau hochgezogen hat, sind vorbei – jedenfalls in München. „Wir suchen die Nähe zu unseren Kundinnen und Kunden“, sagt Justus Rehn von Aldi.

Das bedeutet: Neue Aldi*-Filialen entstehen dort, wo die Menschen leben, arbeiten, ihre Freizeit verbringen – in Kreativstätten und Neubauquartieren. In höheren Gebäuden findet sich dann im Erdgeschoss der Supermarkt, obendrüber werden Wohnungen* und/oder Büros gebaut. Der Ansturm auf die Bleiben in solchen gemischt genutzten Immobilien ist groß. Nach Berlin (siehe Video) und anderen Großstädten ist jetzt die bayerische Landeshauptstadt dran.

Aldi setzt auf Immobilien: Die Bau-Projekte und Pläne des Discounters in München

Aldi ist am Ende nicht nur Lebensmittelversorger, sondern ist teilweise schon vorher bei der Planung dabei – gemeinsam mit Wohnungs-Unternehmen wie etwa der Münchner GWG. Um die Bedürfnisse seiner Kunden zu erforschen und neue Partner für Immo-Projekte zu gewinnen, hat Aldi eigene Anlaufstellen gegründet. „Dort möchten wir nicht nur die Menschen aus der Nachbarschaft erreichen“, sagt Rehn, der das Münchner Büro leitet. „Zur wachsenden städtischen Kundschaft gehören auch die zahlreichen beruflichen Pendler, die Pausen oder den Feierabend für einen schnellen Einkauf nutzen.“

München* habe „riesiges Potenzial“, so Rehn weiter. „Es gibt zahlreiche Stadtteile und Standorte, die wir gerne mitgestalten möchten.“ Doch der Weg dorthin ist oft lang und steinig. „Wir sprechen hier von Entwicklungsprozessen, die sich von den ersten Gesprächen bis zum Baubeginn teilweise über Jahre hinziehen…“ Einen „Meilenstein“ habe man im Frühjahr in Haar gefeiert: Nach über neun Jahren Planung habe der Gemeinderat einstimmig für die Realisierung des Quartier 5 im Jugendstilpark gestimmt.

Die neuen Aldi-Immobilien: Das kosten die Discounter-Wohnungen in Giesing, Rammersdorf und Pasing

Mittlerweile sind laut Rehn etwa 60 Prozent der knapp 40 Münchner Filialen Teil einer gemischt genutzten Immobilie. Hier wird gewohnt und gearbeitet, eingekauft und trainiert. Solche Kooperationen ist der Discounter zum Beispiel schon in Giesing*(Schwanseestraße) und in Ramersdorf (Ottobrunner Straße) eingegangen: Über beiden Filialen befinden sich Wohnungen. Aktuelles Projekt: In Sendling realisiert Aldi gemeinsam mit der GWG eine Misch-Immobilie.

Auch in Pasing heißt es: Wohnen überm Discounter. Aber kostspieliger: Die München-Bau hat in dem neu entstehenden Stadtquartier an der Paul-Gerhardt-Allee einen Komplex mit 164 Eigentumswohnungen errichtet. Die Verkaufspreise liegen zwischen 8000 und 12.000 Euro pro Quadratmeter. Alle Wohnungen bis auf eine sind verkauft, die ersten Mieter ziehen bereits ein.

Ansturm auf Aldi-Wohnungen: Die Macherei in Berg am Laim - mehr als drei Viertel bereits vermietet

Wohnen über der Aldi-Filiale: Der Baustil der „Macherei“ in Berg am Laim soll an die alten Ziegeleien erinnern.

In dem neuen Büro- und Geschäftsquartier „Die Macherei“ in Berg am Laim* werden bis Herbst 2021 bis zu 2500 Mitarbeiter etablierter Start-ups arbeiten. Mittendrin: Aldi. Der Discounter bezieht 1500 Quadratmeter im Erdgeschoss des Gebäudes M2 − mit direktem Zugang zur Berg-am-Laim-Straße. Die Fassaden der „Macherei“ sollen an die Ziegeleien erinnern, die einst den Osten der Stadt prägten. Mehr als drei Viertel der knapp 75.000 Quadratmeter Fläche sind bereits vermietet. Unter anderem an Restaurants, ein Design-Hotel und ein Fitnessstudio.

Aldi will „bezahlbaren Wohnraum“ schaffen: Stadtteil Sendling soll belebt werden

In Sendling kann Aldi „dazu beitragen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und den Stadtteil zu stärken und zu beleben“, sagt Rehn. Bis 2023 entsteht an der Radlkofer-, Ecke Pfeuferstraße eine gemischt genutzte Immobilie mit insgesamt 180 Wohnungen, unter anderem für Auszubildende, städtische Dienstkräfte und Familien. Auch soziale Einrichtungen wie Appartments für den Sozialdienst Katholischer Frauen und die Aidshilfe sind vorgesehen. Zusätzlich entstehen eine Kita, ein Restaurant und ein Flexiheim für zeitlich begrenztes Wohnen.

Aldi-Bau in Pasing-Obermenzing: Einkaufs- und Wohnkomplex „Belvedere“

In der zweiten Jahreshälfte eröffnet Aldi eine Filiale in der Paul-Gerhardt-Allee. Der Discounter ist Teil eines kleinen Einkaufszentrums im Komplex „Belvedere“ mit 164 Eigentumswohnungen, der von der München-Bau errichtet wurde. Das „Belvedere“ bildet den Eingang eines 33 Hektar großen Wohngebiets, in dem einmal etwa 5500 Menschen wohnen werden. „Auch hier möchten wir beweisen, dass die Verbindung von Gewerbe- und Wohnflächen ein Gewinn für das unmittelbare Umfeld ist und dieses aufwerten kann“, sagt Justus Rehn.

Aldi baut Immobilien: Wohnen über dem Discounter in Haar

Ein Mammut-Projekt in Haar nimmt Fahrt auf – auch hier ist Aldi ein Teil. Aus dem Areal der Psychiatrie wird ein neues Wohnviertel für etwa 2000 Menschen. Gemeinsam mit der Oberbayerischen Heimstätte verwirklicht der Discounter im Nordosten des Jugendstilparks zwei viergeschossige Baukörper mit insgesamt 45 Wohnungen, Büros, einer gemeinsamen Tiefgarage sowie einer großen Aldi-Filiale mit weiterem Einzelhandel und Gastronomie im Erdgeschoss. So bekommen die Bewohner des Seniorenheims endlich Nachbarn sowie Einkaufsmöglichkeiten plus Café. (Daniela Pohl) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare