Alfons Schuhbeck: Der Internet-Prozess

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Alfons Schuhbeck.

München - Schuhbeck gegen Schuhbeck heißt es am 26. Juni vor dem Landgericht München I. Der Grund: Starkoch Alfons Schuhbeck will sich die Rechte an einer Domain sichern, die bereits vergeben ist.

Schuhbeck gegen Schuhbeck heißt es am 26. Juni vor dem Landgericht München I – weil Starkoch Alfons Schuhbeck (63) unbedingt die Internetseite „www.schuhbeck.com“ haben will!

Doch die gehört seit acht Jahren Sebastian Schuhbeck (52), einem Religionslehrer aus Traunstein. Und der denkt gar nicht daran, die Seite herauszugeben. Dabei schien eine Versöhnung durchaus möglich. Eine für 6. Dezember 2011 ­terminierte Gerichtsverhandlung wurde deshalb sogar wieder abgesagt.

Doch den Vergleichsvorschlag der Alfons-Seite bewertet Sebastian Schuhbeck inzwischen als schlechten Witz. „Das Angebot war für mich völlig inakzeptabel. Ich habe überhaupt keine finanziellen Interessen, sondern nutze die Webseite für multimediale Didaktik im Unterricht.“

Der Streit begann im März 2010, als Alfons Schuhbeck seinen Namensvetter aufforderte, die Web-Adresse herauszugeben. Doch der Lehrer lehnte ab – und ließ sich auch nicht mit Geld umstimmen. Er hält die Forderung des Starkochs schlicht für unverschämt. „Ich lasse mir meine Domain nicht einfach wegnehmen – schließlich geht es hier um meinen Familiennamen.“

Die Anwälte des Starkochs halten dagegen die Publicity-Aktivitäten ihres Mandanten für so überragend und global, dass der Betrieb einer Internet-Domain unter seinem Namen dessen Geschäftstätigkeit behindern würde. Ähnlich soll der Bundesgerichtshof beim sogenannten Shell-Urteil argumentiert haben.

Lehrer Schuhbeck, der übrigens auch „Landesbeauftragter für den Computereinsatz im Religionsunterricht“ ist, glaubt nicht, dass sich der TV-Koch in Sachen Bekanntheit mit dem Mineralölmulti messen kann. Er will aber auch aus Prinzip nicht nachgeben. Er wolle dem Promi, der früher ja gar nicht Schuhbeck hieß, sondern den Familiennamen Karg trug, zeigen, „dass mit Geld nicht alles geht“.

Bisher gibt es auf www.schuhbeck.com zum Beispiel Infos über biblische Redensarten – mal sehen, wem die Richter nun die Leviten lesen.

rm/wdp/thi

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