Lohnfortzahlung für 120 Mitarbeiter

Hoffnung für Schuhbecks insolvente Firmen - Rettung durch Investoren?

Sternekoch Alfons Schuhbeck darf Hoffnung haben - es gibt Gespräche über Sanierungslösungen für seine Unternehmen.
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Sternekoch Alfons Schuhbeck darf Hoffnung haben - es gibt Gespräche über Sanierungslösungen für seine Unternehmen.

Für die insolventen Betriebe des Firmenimperiums von Starkoch Alfons Schuhbeck besteht noch Hoffnung. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die der Insolvenzverwalter veröffentlicht hat.

München - Es liefen „Gespräche über mögliche Sanierungslösungen für die betroffenen Unternehmen“, heißt es in dem Schreiben. Gespräche, auch mit potenziellen Investoren, die Liebig nicht führen würde, wenn er keine Aussicht auf Erfolg sähe. Konkrete Ergebnisse seien allerdings in dieser frühen Phase des Verfahrens noch nicht absehbar, heißt es in der Mitteilung.

Immerhin hat Liebig einen fatalen Stillstand abgewendet: Aktuell liefen die Betriebe weiter und die Lohnfortzahlung für die 120 betroffenen Mitarbeiter sei „bis einschließlich September gesichert“.

Hoffnung für die 120 Beschäftigten im Schuhbeck-Imperium

Liebig geht der Ruf voraus, als Diplomkaufmann auf die operative Fortführung von Unternehmen in Krisensituationen spezialisiert zu sein. Nachhaltige Sanierung hat bei ihm stets Vorrang vor bloßer Abwicklung. Das könnte nun auch den 120 Beschäftigten im wankenden Schuhbeck-Imperium Hoffnung machen.

Im Einzelnen betrifft die Insolvenz laut Mitteilung folgende Betriebe:

• Schuhbeck’s Partyservie GmbH & Co. KG betreibt die Catering und Eventgastronomie.

• Schuhbecks Am Platzl GmbH betreibt die Gaststätte „Südtiroler Stubn“.

• Schuhbecks Orlando GmbH betreibt die Gaststätte „Orlando“ und eine Eisdiele am Platzl.

• Schuhbeck Holding GmbH & Co. KG

• Schuhbecks Gewürze GmbH handelt mit Gewürzen und betreibt neben dem Stammgeschäft am Münchner* Platzl (Altstadt*) weitere Läden in Regensburg und Altötting. Mitte Juli hatte Schuhbeck noch gehofft, diesen Geschäftszweig halten zu können.

Schubecks Kochschule ist von der Insolvenz offenbar nicht betroffen

Schubecks Kochschule ist von der Insolvenz offenbar nicht betroffen, ebenso wenig das Erlebnisgastronomie-Zelt Teatro. Das trägt zwar Schubecks Namen, wird aber von der eigenständigen Teatro Event GmbH betrieben. Das diesjährige Festival werde stattfinden, versichert Geschäftsführerin Maike Zipse.

Nachdem Liebig sich im ersten Anlauf genug Einblick in die Strukturen und Vorgänge der einzelnen Geschäftszweige verschafft hat, um den laufenden Betrieb weiter zu steuern, wird nun tiefer gegraben: Es gilt, Vorgänge in der Vergangenheit und deren mögliche Folgen auf Gegenwart und Zukunft der Unternehmen zu durchleuchten. Welchen Einfluss Steuerermittlungen, die seit mehr als zwei Jahren gegen Schuhbeck laufen, auf das Insolvenzverfahren haben könnten, sei derzeit noch nicht absehbar, verlautet aus dem Büro des Insolvenzverwalters. Gleiches gilt für ein Ordnungsgeldverfahren, das das Bundesamt für Justiz angestrengt hat, weil Schuhbeck Berichtspflichten nicht nachgekommen ist (wir berichteten).

Schuhbeck macht ausgebliebene Corona-Hilfen für Insolvenz verantwortlich

Liebig, kraft Amtes der neue Chef im Schuhbeck-Reich, sucht offenbar auch die Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung, der Schuhbeck nach wie vor angehört. Man stehe „in engem Austausch mit der Geschäftsleitung und wesentlichen weiteren Beteiligten“, lässt er wissen.

Alfons Schuhbeck war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er hatte bei der Bekanntgabe der Insolvenz vor allem ausgebliebene Corona-Hilfen für die Notlage seiner Firmen verantwortlich gemacht. Das bayerische Wirtschaftsministerium äußerte sich nicht konkret zu diesem Einzelfall, betonte aber, dass alle Berechtigten auch finanzielle Hilfe bekommen haben. PETER T. SCHMIDT - *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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