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Schuhbeck vor Gericht: Rätsel um seine Millionen – Hat er Steuergelder in der Karibik geparkt?

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Von: Andreas Thieme

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Auftakt im Prozess gegen Alfons Schuhbeck
Alfons Schuhbeck, Koch und Unternehmer, steht als Angeklagter im Gerichtssaal im Landgericht München I. Die Staatsanwaltschaft hat ihn wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung angeklagt. © Sven Hoppe/dpa

Alfons Schuhbeck (73) soll mehr als 2,3 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Hinweise gibt es nun auf Geschäftskontakte in die Karibik: Hat Schuhbeck hier seine Millionen geparkt?

München - Die Welt der Gewürze: In ihr ist Alfons Schuhbeck (73) zuhause. Um sie zu schmecken und zu testen, reiste der Star-Koch um die halbe Welt - und knüpfte überall Geschäftskontakte. Zuhause in München könnte nun genau das für ihn zum Problem werden. Denn Schuhbeck steht wegen Steuerhinterziehung vor Gericht: Insgesamt 2,36 Millionen Euro soll er am Fiskus vorbeigeschleust und jahrelang Rechnungen gefälscht haben. Wo die Millionen sind: Darüber rätseln auch die Behörden.

Doch aus den Akten den Landgerichts ergibt sich zumindest ein Verdacht: Demnach gebe es „vereinzelt Hinweise“, dass Schuhbeck Kontakte nach Liechtenstein, Malta und der Insel St. Vincent in die Karibik „gehabt haben dürfte“ – und dort mit ansässigen Personen und Gesellschaften „Geldgeschäfte vorgenommen haben könnte“. So trug es Richterin Andrea Wagner zu Prozessbeginn öffentlich im Justizpalast vor. Ihr Vermerk stammt aus einem Vorgespräch, das Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung bereits am 2. Juni geführt hatten – unter anderem, um die Möglichkeit einer Bewährungsstrafe für Alfons Schuhbeck zu erörtern. Was jedoch abgelehnt wurde. Als „sehr fraglich“ benannte Richterin Wagner die Möglichkeit, dass Schuhbeck nicht ins Gefängnis muss. Selbst, wenn er ein Geständnis ablegt.

München: Hat Star-Koch Alfons Schuhbeck seine Steuergelder in der Karibik geparkt?

Wo also sind Schuhbecks Millionen? Er steht im Verdacht, Rechnungen manipuliert und Gelder aus den Kassen seiner Restaurants entnommen zu haben. Sein IT-Berater Jürgen W. (65) hat bereits gestanden, für Schuhbeck eine Software entwickelt zu haben, die Zugriff auf Bar-Rechnungen gewährte. So konnte Fonsi Bons fälschen und Gelder abzwacken, die er nicht versteuert haben soll. Landeten sie bei Geschäften in der Karibik? Für die Staatsanwaltschaft ist das unerheblich, denn nachweisen muss sie nur die Steuerhinterziehung. Der Geldfluss muss dafür nicht nachvollziehbar sein. Wichtig ist allein, ob Schuhbeck Rechnungen manipuliert und Gelder aus der Kasse entnommen hat. Möglich ist laut Branchenexperten auch, dass er die Gelder über die Jahre einfach verbraucht hat – und auf großem Fuß lebte. Am Mittwoch wird der Prozess fortgesetzt.

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