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Alfons Schuhbeck vor Gericht: Er soll zwei Millionen Euro Steuern hinterzogen haben - Weihnachten im Knast?

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Von: Andreas Thieme

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Koch Alfons Schuhbeck
Alfons Schuhbeck, Kochbuch-Autor, Gastwirt, Fernsehkoch und Unternehmer. © Matthias Balk/dpa/Archivbild

Es wird einer der größten Strafprozesse des Jahres: Ab 5. Oktober steht Alfons Schuhbeck (73) in München vor Gericht. Der Star-Koch soll rund zwei Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Ihm droht Haft - doch auch die Verantwortlichen des FC Bayern könnten eine Rolle spielen.

München - Muss Alfons Schuhbeck mit seinen 73 Jahren tatsächlich noch ins Gefängnis? Dieses Schicksal könnte dem Star-Koch tatsächlich ab Oktober noch drohen. Dann muss sich Schuhbeck vor der 6. Strafkammer des Landgericht München I verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat ihn wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe angeklagt.

Den Ermittlungen zufolge soll Schuhbeck in großen Stile Steuern hinterzogen haben. Betroffen sind seine Edel-Restaurants Orlando und Südtiroler Stuben. Schuhbeck soll mutmaßlich eine Million Euro Steuern hinterzogen sowie sich auch ungerechtfertigte Steuervorteile in Höhe von einer weiteren Million verschafft haben. Jede Tat für sich würde laut Bundesgerichtshof schon eine Haftstrafe nach sich ziehen. Denn seit Jahren gilt dort die Devise, dass es keine Gnade für Steuersünder gibt, die mehr als eine Million Euro am Fiskus vorbeigeschafft haben.

München: Alfons Schuhbeck soll zwei Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben

So war es 2014 auch Ex-Bayern-Boss Uli Hoeneß ergangen, er hatte sogar 28,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen - bis heute eine unfassbare Summe. Hoeneß musste dafür dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Eine Haftstrafe dürfte auch für Alfons Schuhbeck nur schwer zu umgehen sein. In seinem Fall hat das Landgericht insgesamt 18 Termine bis zum 22. Dezember 2022 anberaumt. Das Weihnachtsfest wird damit ein besonderes werden für Alfons Schuhbeck: Entweder muss er mit 73 Jahren dann ins Gefängnis. Oder käme auf Bewährung frei - und kann feiern.

Fall Schuhbeck: An Weihnachten könnte der Star-Koch im Gefängnis sitzen

Der FC Bayern könnte in diesem Verfahren noch eine besondere Rolle einnehmen. Denn da Schuhbeck den Club auf Auswärtsspielen bekocht, könnten die Bayern-Bosse sogar in den Zeugenstand berufen werden - um zu bezeugen, wann der Star-Koch auf Reisen war und wann nicht. In München nämlich sollen Schuhbeck oder seine Mitarbeiter Rechnungen gefälscht und Bargeldeinnahmen nicht angegeben haben. Entscheidend für diesen Punkt ist natürlich, ob Schuhbeck bei den mutmaßlichen Taten anwesend war und davon wusste - oder nicht. Bis zum Urteil gilt für den Star-Koch die Unschuldsvermutung.

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