Algarvemord-Prozess gegen Gunnar D.

Ärzte sagen per Video-Schalte aus

+
Gunnar D. soll seine Frau und seine Tochter ermordet haben.

München - Videokonferenz quer durch Europa: Drei portugiesische Rechtsmediziner sind per Konferenzschaltung im Mordprozess gegen Gunnar D. vernommen worden.

Im Prozess um den mutmaßlichen Doppelmord an einer Mutter und ihrem Kind in Portugal sind drei portugiesische Rechtsmedizinerinnen mit Hilfe einer Konferenzschaltung in Lissabon vernommen worden.

Ihr Institut hatte ihnen die Reise nach München zur Aussage nicht erlaubt. Sie bestätigten, dass die Frau ertrunken ist. Sie habe Verletzungen an Kopf und Oberkörper gehabt.

In dem Indizienprozess vor dem Münchner Landgericht muss sich der 45-jährige Gunnar D. verantworten. Er soll seine 30 Jahre alte Ex-Freundin im Juli 2010 bei einer angeblichen Versöhnungsreise nahe Lagos ertränkt und die gemeinsame Tochter wenig später auf unbekannte Weise getötet haben. Ein Augenzeuge schilderte vor Gericht, er habe gesehen, wie ein Mann die Frau unter Wasser drückte. Die Leiche des Kleinkindes wurde erst Monate später gefunden. Die Todesursache konnte nicht mehr festgestellt werden.

Laut Anklage hat der Mann beide ermordet, um keinen Unterhalt für das Kind zahlen zu müssen und die Affäre vor seiner langjährigen Lebensgefährtin zu verheimlichen.

Im Körper der Frau seien Blutstauungen festgestellt worden, sagten die Rechtsmedizinerinnen. Hinweise auf Erkrankungen und Medikamente fanden sie bei der Autopsie nicht. Der Angeklagte bestreitet die Tat.

tz

auch interessant

Meistgelesen

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion