Auf geht's beim Cooper!

Schockrocker Alice Cooper in München: Unverwüstliches Illusionstheater

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Alice Cooper lieferte in München eine Mega-Show ab. (Symbolbild)

150 Jahre Schichtl auf der Wiesn, 50 Jahre Alice Cooper auf der Bühne: Zwei Jubiläen im Jahr 2019, die gleichzeitig gefeiert werden.

München - Während das Illusionstheater inklusive Live-Köpfung mit Guillotine am Oktoberfest derzeit täglich öffnet, hat US-Schockrocker Alice Cooper am Dienstag lediglich für einen Abend in München Station und dem Original Konkurrenz gemacht. Für beide gilt: Jedes Jahr so ziemlich das Gleiche, aber jedes Mal ein schaurig-schönes Vergnügen.

Klar bietet Vincent Damon Furnier alias Alice Cooper alias Godfather of Geisterbahn in seiner Illusions- und Horrorshow wieder sein altehrwürdiges Spuktheater inklusive Totenköpfe, Zwangsjacke, Geisterschloss, Maskerade, Puppen, Massenmörder, Guillotine und diabolischem Gehabe. Das mag bei vielen 71-Jährigen lächerlich aussehen, bei Alice Cooper war's halt schon immer so und man würde weinen, wen er sich verändern würde. 

Alice Cooper liefert in München ab

Wer zum Schichtl geht, weiß, was ihn erwartet. Genauso ist's beim Cooper. Perfekt inszenierte Show mit, und das ist wahrlich eine schöne Überraschung, einer perfekt geradeaus aufspielenden jungen Band. Deren Star die blonde Gitarristin Nita Strauss (32) ist. Herrlich, wie sie den Altmeister (bestens bei Stimme!) antreibt und mit ihren vier Begleitern Heavy-Metal-Posen der 1980er-Jahre sowie Gitarren-, Schlagzeug- und Bass-Soli in Perfektion zeigt. Mit zwei Wörtern: Klasse Band! 

90 Minuten geistert, stolziert, grimmasiert und rockt Alice Cooper durch seine eigene, 50-jährige Musikgeschichte in der abgehängten, gut zur Hälfte gefüllten Olympiahalle. Mit Klassikern wie "No More Mr. Nice Guy", "I'm Eighteen", "Poison" und "School's Out" (mit Sidekick zu Pink Floyds "Another brick in the wall") bietet der Godfather of Geisterbahn seinen Anhängern (von 18 bis 70) das, was sie erwartet haben: Schnörkellose Rockmusik mit Horrorshow. 

Das große Gruseln stellt sich zwar weder beim Kurzauftritt des Kindermörders ("He's Back - The Man Behind the Mask") ein, noch beim traditionellen Alice in der Zwangsjacke ("Steven"), dafür ist es einfach zu nett anzuschauen und tut nicht weh. Das muss und soll es ja gar nicht. Sondern Vergnügen bereiten, weil's gar so schaurig-schön ist. Wie beim Schichtl. Wieso ist eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen, dass Alice Cooper mal dort, beim Manfred Schauer auf der Wiesn, einen Gastauftritt gibt? Inklusive seiner eigenen Köpfung auf der Schichtl-Guillotine. "Auf geht's beim Cooper!"

Auch Alice Coopers Enkel soll übrigens mal ein Rocker werden - zumindest wenn es nach dem Opa geht. Der fand kürzlich einen echten Schatz in seiner Garage - er dürfte jetzt um einige Millionen reicher sein.

ar

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