Leichenfund in Langwied

Ermordete Aline: Todesursache weiter unklar

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Seit vier Wochen war Aline vermisst. Nun wurde bestätigt, dass die junge Frau tot ist.

München - Bei der Leiche, die am Montag in einem Kellerloch in Langwied gefunden worden ist, handelt es sich um die vermisste Aline Körner. Ihr Freund, der mutmaßliche Täter, schweigt weiter.

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Einst spielte Michael Probst (29) hier in seiner Kindheit Räuber und Gendarm. Jetzt wurde der eingestürzte Keller des längst vergessenen Hauses im Dreilingsweg in Langwied zum Grab für seine Lebensgefährtin Aline Körner (30). Stück für Stück fügte sich in den vergangenen Tagen das Puzzle zum Bild eines offenbar mörderischen Eifersuchtsdramas. Gestern bestätigte der Vize der Münchner Mordkommission, Herbert Linder: „Die tote Frau in dem Keller ist Aline Körner. Anhand ihres Zahnstatus konnte sie identifiziert werden.“ 

Die Leiche lag drei Wochen lang in dem düsteren Loch und weist einen entsprechenden Verwesungszustand auf. Linder: „Es wird einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die Rechtsmedizin die Todesursache feststellen kann. Wir gehen davon aus, dass Aline Körner erwürgt oder erdrosselt wurde. Das ist vorerst noch eine Hypothese.“ 

Körner war Montage-Arbeiterin und lebte mit ihrem Freund, dem Wachmann Michael Probst, in der Kafkastraße in Neuperlach. Die Beziehung stand wie berichtet vor dem Aus. Linder: „Aline Körner wollte sich trennen.“ Zuletzt schlief sie auf dem Sofa und ließ sich morgens von ihrem neuen Freund Igor B. (Name geändert) abholen. 

Der dringend tatverdächtige Michael Probst räumte ein, dass es am Abend des 8. Oktober einen „kleinen Streit“ gegeben habe. Dann sei Aline aus dem Haus gestürmt. Die Mordkommission hingegen ist überzeugt, dass der eifersüchtige Probst seine Freundin in jener Nacht ermordete und ihre Leiche in dem Kellerloch entsorgte. Alines Handtasche wurde am nächsten Tag in Freising nahe dem Einkaufszentrum Schlüter-Hallen gefunden. Die Auswertung von Probsts Handydaten ergab, dass er am 9. Oktober an all diesen Orten war. Michael Probst wurde am 27. Oktober festgenommen. Er verwickelte sich bei den Vernehmungen in so viele Widersprüche, dass er inzwischen unter Mordverdacht in Untersuchungshaft sitzt. Probst schweigt inzwischen auf Anraten seines Anwalts. 

Der entscheidende Tipp zum Fundort der Leiche kam von einem Jugendfreund, der die Kripo auf das Kellerloch („Das war früher unser Abenteuerspielplatz“) aufmerksam machte. So wurde Aline am Montagnachmittag endlich gefunden. Probsts Mutter wohnt noch heute nur wenige hundert Meter vom Fundort entfernt. Sie steht unter Schock und hat viel geweint in den vergangenen Tagen: „Es tut mir leid, aber ich fühle mich momentan nicht in der Lage, etwas dazu zu sagen.“

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