Alkohol: Wie die Stadt die Kinder schützen will

München - Immer mehr Münchner Jugendliche landen wegen Koma-Saufens im Krankenhaus. Am Dienstag beschäftigt sich der Stadtrat mit einem Aktionsprogramm, mit dem die Heranwachsenden zu einem verantwortlichen Umgang mit Alkohol gebracht werden sollen.

 Die Zahlen sind alarmierend: Schon mit elf Jahren haben zwölf Prozent der Münchner Kinder ihres Jahrganges Erfahrung mit Alkohol. Jeder dritte 15-Jährge trinkt jeden Monat mehrfach Bier oder Wein, jeder achte Schnaps oder Whisky! Und immer mehr Münchner Jugendliche saufen sich ins Krankenhaus: Zwischen 2000 und 2008 hat sich die Anzahl der Jugendlichen, die wegen Alkohol behandelt werden mussten, mehr als verdoppelt. Diese Patienten waren im Schnitt 15,5 Jahre alt und hatten einen durchschnittlichen Blutalkoholspiegel von 1,9 Promille. Das entspricht einem Bierkonsum von acht bis zehn Halben Bier! Das mittlere Alter beim ersten Rausch beträgt 14,1 Jahre. 90 Prozent der Kids haben mit Freunden getrunken.

Programm soll jährlich 78.000 Euro kosten

Schon am 11. Juni 2008 hatte der Stadtrat ein Programm zur Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs beschlossen, auf einen erneuten Antrag der CSU-Stadträtin Elisabeth Schmucker hat nun das Gesundheitsreferat gemeinsam mit dem Sozial- sowie dem Sport- und Bildungsreferat ein Programm erarbeitet, mit dem der Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen stärker bekämpft werden soll als bisher. Der Name: „Münchner Programm zur Prävention des Missbrauchs von Alkohol und anderen Suchtmitteln bei Kindern und Jugendlichen“.

Die Stadt will sich das Programm in Zukunft jedes Jahr 78 000 Euro kosten lassen. Die Maßnahmen: Eine Werbeagentur hat die Homepage Voll-Du.de entwickelt, über die Jugendliche im Rahmen einer Kampagne mit eigenen Beiträgen mitmachen sollen. Kernbotschaft: Spaß ist auch ohne Alkohol möglich und Alkohol nicht cool. Zweiter Bestandteil ist das Halt-Projekt: Sozialarbeiter besuchen Jugendliche, die in einer Klinik nach einer Alkoholvergiftung aufwachen. Auch die Eltern werden angesprochen. In Freizeitstätten und Sportvereinen sollen Betreuungsangebote gemacht werden. An Schulen und Kindertages-Einrichtungen sollen die Lehrer und Erzieher fortgebildet werden. Die Kampagne ist auch an die Eltern gerichtet.

Außerdem sind mehr Gespräche mit Veranstaltern geplant, um den Verkauf von Alkohol an Jugendliche einzudämmen. Nicht zuletzte sollen die Jugendschutzkontrollen in Lokalen und bei Festen verstärkt werden.

Auch interessant

Meistgelesen

So nahm die Münchner Polizei den Einbrecher-Clan hoch
So nahm die Münchner Polizei den Einbrecher-Clan hoch
Neue Großmarkthalle wird 40 Millionen teurer
Neue Großmarkthalle wird 40 Millionen teurer
Bewährung für Todes-Schubser, Haft für Maxvorstadt-Schützen
Bewährung für Todes-Schubser, Haft für Maxvorstadt-Schützen
Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt
Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt

Kommentare