Alkoholverbot am Gärtnerplatz?

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Hunderte Münchner bevölkern in lauen Nächten den Gärtnerplatz. Viele Anwohner fühlen sich in ihrer Nachtruhe mehr als gestört.

München - Kaum senken sich die ersten lauen Nächte über München, steht ein Platzerl besonders hoch im Kurs – der Gärtnerplatz im Herzen der Stadt.

 Hunderte Münchner sitzen vor allem am Wochenende bis frühmorgens auf dem Rondell und der Treppe zum Gärtnerplatztheater. Die meist jungen Leute trinken Prosecco und Bier, vereinzelt klimpert eine Gitarre, tönt ein Saxophon. Die Anwohner sind über das lautstarke Partyvolk vor ihren Schlafzimmern wenig begeistert – sie beschweren sich schon seit Jahren massiv über den Lärm. Doch der Stadt sind angeblich die Hände gebunden. „Es gibt bisher keine rechtliche Möglichkeit, um eine Entspannung der Situation zu erreichen“, erläuterte Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle bei der jährlichen Bilanz des Sicherheits- und Aktionsbündnis Münchner Institutionen (S.A.M.I.).

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Deshalb regte er jetzt ein Alkoholverbot an. „Denkbar wären Zugangskontrollen zum Gärtnerplatz. Jeder, der eine Flasche Prosecco oder Bier dabei hat, müsste diese abgeben.“ Allerdings gibt der KVR-Chef im gleichen Atemzug zu bedenken: „Ob das rechtlich und praktisch möglich ist, ist fraglich.“ Münchens Vize-Polizeipräsident Robert Kopp jedenfalls ist über eine Zugangskontrolle nicht begeistert: „Unsere Prioritäten liegen bei der Aufklärung von Straftaten wie beispielsweise im Bereich der Kultfabrik.“ Am Gärtnerplatz seien so gut wie keine sicherheitsrechtlichen Verstöße festgestellt worden.

Zwar hat das Kreisverwaltungsreferat in Abstimmung mit dem zuständigen Bezirksausschuss und der Polizei etliche Maßnahmen ergriffen, um das Partyvolk wenigstens ein bisschen in die Schranken zu weisen. Dazu zählen beispielsweise eine erste Reinigung des Platzes gegen 22 Uhr. Die Wirte geben zudem keinen Alkohol im Freikauf ab und die Stadt hat den Gärtnerplatz als Attraktion von der Internetseite des Tourismusamtes genommen. „Diese Maßnahmen haben allerdings nicht den erwünschten Erfolg gebracht“, gesteht KVR-Chef Blume-Beyerle ein. Vielleicht bringt ja ein Vorstoß des Bayerischen Städtetag die Lösung. Das Gremium fordert den Innenminister auf, eine gesetzliche Grundlage für eine Alkoholverbotssatzung im öffentlichen Raum wie den Gärtnerplatz zu schaffen.

Jam

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