Vor Alkoholverbot: Trinkgelage zum Fahrplanwechsel

München - Alkoholverbot, Preissteigerung, neue Züge – der Fahrplanwechsel an diesem Sonntag (11. Dezember) bringt eine Vielzahl von Neuerungen. Ein Überblick.

Alkoholverbot in der S-Bahn München: Nach Hamburg, Berlin (da eher in der Theorie) und Stuttgart ist das Münchner S-Bahn-System das vierte in Deutschland, das ein absolutes Alkoholkonsumverbot einführt. Ein Bußgeld gibt es nicht. Das Verbot wird bislang eher defensiv kommuniziert: Nirgendwo hängen Plakate, und erst am heutigen Freitag rückt ein Team der Marketing-Abteilung aus, um die Nachtschwärmer zu informieren – eine einmalige Aktion.

Einmalig dürfte auch ein geplantes Trinkgelage sein: Samstagnacht soll zwischen Hackerbrücke und Ostbahnhof in den Zügen gezecht werden, heißt es in einschlägigen Foren von „Facebook“. Die Vorfreude scheint groß zu sein: „Wie schaut’s denn aus? Ist Sound organisiert?“, fragt einer der Facebook-Nutzer. Schwer abzuschätzen ist, wie viele letztendlich zur S-Bahn-Zecherei vorbeikommen. Die Bahn hat angekündigt, ihr Sicherheitspersonal zu verstärken, will die Treffen aber nicht verhindern.

Tariferhöhung: Bei der Deutschen Bahn klettern die Fahrpreise im Fernverkehr um durchschnittlich 3,9 Prozent. eine Fahrt München-Stuttgart (einfach, 2. Klasse) kostet einen Euro mehr (54 statt 53 Euro). Es gibt ferner eine Vielzahl von Einzelerhöhungen, etwa bei der Sitzplatzreservierung. Auch die Bahncards verteuern sich – die BC 25 zum Beispiel um zwei auf 59 Euro.

Um durchschnittlich 2,3 Prozent erhöhen sich mit dem Fahrplanwechsel die Preise beim MVV. Zum Beispiel kostet die IsarCard 9 Uhr Gesamtnetz künftig statt 65,30 nunmehr 67,50 Euro. Das Horten von Streifenkarten bringt diesmal allerdings nichts, denn deren Preis bleibt konstant bei zwölf Euro. Allerdings empfiehlt es sich, noch Tagesfahrkarten zum alten Tarif zu kaufen. Sie gelten bis 15. März 2012. „Man kann also die persönliche Tariferhöhung noch etwas hinausschieben“, erklärte Andreas Nagel von der „Aktion Münchner Fahrgäste“.

Auch die Bayerische Oberlandbahn (BOB) erhöht die Preise um im Schnitt 3,4 Prozent. So kostet eine Einzelfahrkarte von Miesbach nach Holzkirchen künftig 4,10 statt 3,90 Euro. Für eine Wochenkarte Bad Tölz-München müssen statt 59 nunmehr 61,70 Euro gezahlt werden. Bei der Bayerischen Regiobahn steigen die Preise im Schnitt sogar um 4,4 Prozent.

Neu ist auch, dass die am Fahrkartenautomaten der S-Bahn gekauften Einzel- und Tagestickets künftig schon entwertet sind. An den MVV-Automaten sind die Fahrkarten wie gehabt nicht abgestempelt.

Fahrplan-Änderungen: Tempo 230 wird die Regel auf der Fernstrecke München-Augsburg, deren Ausbau abgeschlossen ist. Ohne Halt in Pasing dauert es jetzt 30 bis 31 Minuten, ein IC fährt sogar nur 26 Minuten. Auf der Strecke München-Garmisch-Partenkirchen sind ein stündlicher Halt in Farchant (bisher zweistündlich) obligatorisch. In Rosenheim hält künftig ein Railjet nach Wien und Budapest.

Bei der S-Bahn gibt es Änderungen für die S 4: Züge am Freitagnachmittag stadtauswärts sollen nur noch mit drei Garnituren („Langzug“) verkehren, verspricht die S-Bahn. Auf der S 7 gibt es einzelne neue Frühverbindungen von Aying bzw. Höhenkirchen-Siegertsbrunn Richtung Innenstadt. Von München fährt die Südostbayernbahn von Montag bis Freitag nachmittags zusätzlich nach Simbach und Burghausen. Zusätzliche Halte legen einzelne Regionalzüge in Dorfen am Vormittag und in Thann-Matzbach am Abend ein.

Stammstrecken-Sperrung: An sieben Wochenenden vom 6. Juli bis 20. August wird die Stammstrecke zwischen Pasing und Ostbahnhof komplett gesperrt, und zwar in der Zeit von Freitag 20 Uhr bis Montag 4 Uhr früh. Grund ist die Sanierung der Technik. Fahrgäste müssen auf Busse ausweichen.

dw

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