Nicht der erste Vorfall

Tierdrama in Allach: Hunde hetzen Pony, dann wird es von Zug erfasst - „Eine Katastrophe“

„Ich habe das Ganze noch gar nicht richtig realisiert“, sagt Lisa Trentin nach dem Tod ihres Ponys.
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„Ich habe das Ganze noch gar nicht richtig realisiert“, sagt Lisa Trentin nach dem Tod ihres Ponys.

Drei Hunde reißen sich los und laufen auf das Gelände eines Reitstalls. Dort erschrecken sie ein Pony, das flieht und auf Zuggleise läuft. Dann nimmt die Tragödie ihren Lauf.

München - Eine Tier-Tragödie hat sich am Dienstagvormittag in Allach zugetragen: Hunde haben ein neunjähriges Pony dermaßen erschreckt, dass es panisch von seiner Koppel floh und schließlich vor einen Güterzug lief. „Am schlimmsten war für mich, als wir Gordita tot neben den Gleisen liegen sahen – sie hatte sehr schwere Verletzungen“, erzählt Lisa Trentin (35) am Tag nach dem Unfall. Trentin ist am Bauernhof Schwarzhuber angestellt, auf dem das Tier lebte.

München-Allach: Hunde trieben das Pony in Richtung Gleise

Den Namen Gordita, der auf Spanisch so viel wie „Dickerchen“ bedeutet, hatte sie dem Mini-Shetlandpony gegeben. Gordita, Pony Petita und Pferd Lola waren die Kinderattraktion des Abenteuerlands Schwarzhuber an der Enterstraße. Wegen Corona* hatten lange keine Kinder mehr die Tiere besucht – die kleine Gordita werden sie nun nie wieder sehen.

Da war die Welt noch in Ordnung: Gordita (li.) und Petita mit Pferd Lola auf der Koppel in Allach.

Was war passiert? Laut der Bundespolizei ging eine 45-Jährige aus Allach gegen 10.25 Uhr mit ihren drei Hunden an der Enterstraße spazieren. Nach ersten Erkenntnissen rissen sich die großen Hunde los, als sie eine Katze sahen. Die Katze verfolgten sie dann auf den Hof. Dabei gelangte wohl mindestens ein Hund auf die durch einen Elektrozaun gesicherte Koppel. In Panik rannten die zwei Ponys und das Pferd davon und durchbrachen den Zaun. „Ich war gerade mal zehn Minuten zu Hause, da wurde ich angerufen“, sagt Trentin.

Drama in München-Allach: Pony wird von Güterzug erfasst

Als die 35-Jährige zurückkam, hatten zwei Frauen aus einem benachbarten Reitstall Petita und Lola bereits eingefangen – doch von Gordita fehlte jede Spur. „Eine halbe Stunde habe ich mit dem Radl alles abgesucht“, berichtet Trentin. Dann kam die schlimme Nachricht von der Polizei: Das kleine Pony war tot. Gordita war gerade im Begriff, die nahe der Koppel gelegenen Bahngleise zu überqueren, als ein Güterzug Richtung Augsburg heranraste und das kleine Pony erfasste. Gordita wurde zur Seite geschleudert und erlag sofort den schweren Verletzungen.

Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. „Das Ganze ist eine Katastrophe!“, klagt Alexander Grünwald (39), Chef des Bauernhofs Schwarzhuber. „Es ist schon einmal passiert, dass Hunde auf die Koppel gelaufen sind und die Pferde erschreckt haben.“ Auch Hühner des Hofs seien schon gerissen worden. „Warum passen die Leute nicht besser auf ihre Hunde auf?“, fragt Grünwald. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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