Bezirksausschuss fürchtet Probleme

Vorschlag nach Bürgerwut: Kita-Bau soll „Wohnen für alle“ verkleinern

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Acht Wohngebäude für rund 200 Menschen sehen die Baupläne der Gewofag auf dem Allacher Areal vor.

Der Widerstand der Allacher Bürger gegen das geplante „Wohnen für alle“-Projekt (WAL) im Bereich Franz-Albert- und Erwin-Schleich-Straße ist groß. Nun hat auch der Bezirksausschuss (BA) Allach-Untermenzing bei einer Sondersitzung diverse Bedenken gegen das Wohnbau-Vorhaben der Gewofag geäußert.

München - Die Erwin-Schleich-Straße, über die die Zufahrt zu dem Neubaugebiet erfolgen soll, ist derzeit nur ein Kiesweg. Platz ist dort lediglich für eine acht Meter breite Fahrbahn, die als Gemeinschaftsfläche für Autos, Fußgänger und Radweg geplant ist. „Das ist gar nicht gut, wenn dort Kinder leben, die zwischen den Fahrzeugen auf der Straße laufen sollen“, sagt die BA-Vorsitzende Heike Kainz (CSU). Eine größere Straßen-Erschließung sei gegebenenfalls nicht nur teuer, sondern in der Realisierung auch langwierig. „Die Straße muss aber fertig sein, bevor die Wohnhäuser dort gebaut werden“, fordert Kainz.

Bis zu 200 Bewohner sollen in die geplanten acht Häusern einziehen. Eine Zahl, die auch den BA-Politikern Kopfschmerzen bereitet. „Im Umfeld leben 60 bis 80 Menschen“, sagt Kainz. Eine Integration gestalte sich schwierig, wenn die Anzahl der Neubürger die der bereits dort Lebenden übersteige. „Wir können uns deshalb vorstellen, dass nur vier der acht Häuser fürs WAL genutzt werden“, sagt Kainz. Die anderen Gebäude könnten nach Ansicht der Viertelpolitiker für eine Kindertagesstätte und als Wohnungen für Pfleger und Erzieher genutzt werden. Kainz: „Ich finde soziale Wohnprojekte gut, wenn sie kleiner sind, denn dann fügen sie sich leichter ein.“

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Wahrscheinlich neue Betreuungseinrichtung für Kinder nötig

Ob der Platz für eine Kita aber ausreicht, erscheint auch der BA-Chefin selbst zweifelhaft. Andererseits könnte eine Betreuungseinrichtung helfen, das Infrastrukturproblem zu lösen, das Kainz auf das Viertel zukommen sieht. „Die Verwaltung rechnet mit knapp 50 Kindern, ich glaube, dass es eher 80 bis 90 werden“, sagt die Viertelchefin. Auch die Schulversorgung müsse dann noch gesichert werden. „Derzeit ist sie das noch nicht.“

Darüber hinaus schließt sich der BA den Bedenken der Bürger an, weil auf dem Areal eine zuletzt weitgehend sich selbst überlassene Wiese gewachsen ist. „In dieser Zeit kann sich allerhand ansiedeln“, sagt Kainz mit Blick auf Flora und Fauna. Dies müsse vom Naturschutz geprüft werden. Und auch mit der Situierung der Kfz-Stellplätze auf dem geplanten Anger sind die Viertelpolitiker nicht glücklich - zumal im Bebauungsplan eigentlich Garagen vorgesehen waren.

Kainz will nun eine Stellungnahme des Bezirksausschusses an die Stadt formulieren und dabei auch sämtliche zuständigen Referate und die Gewofag einbeziehen. „Dann müssen wir sehen, wie es weitergeht“, sagt die BA-Chefin.

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Andreas Daschner

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