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Lokalpolitiker schlagen Alarm

Entsetzen in Allach: Rüstungsbetrieb will Panzertests ausweiten

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s Susanne Veit (rote Jacke) mit einer Gruppe entsetzter Anwohner. Das Foto entstand Ende Februar.

Der Rüstungsbetrieb Krauss-Maffei möchte die Zeiten für Panzertestfahrten auf seinem Werksgelände in Allach ausweiten. Die Anwohner sind entsetzt, und auch die Viertelpolitiker lehnen dies strikt ab. 

München - Samstagmorgen um 7 Uhr: Ein Rumpeln reißt die Allacherin Susanne Veit aus dem Schlaf. Die Wände vibrieren, und ein tiefer Brummton zieht durch ihr Haus. An Ruhe ist nicht mehr zu denken. Veit lebt in der Waldkolonie, unweit der Panzerteststrecke der Firma Krauss-Maffei Wegmann. Wenn die schweren Kriegsgeräte des Industriegiganten über die Teststrecke rumpeln, bekommt das die ganze Nachbarschaft mit.

„Manchmal kommen wir uns vor wie im Krieg“, sagt Veit. Der tiefe Brummton sei quasi nicht zu stoppen, da er sich durch den Untergrund ausbreite. „Wir haben zwar Schallschutzfenster, aber die helfen da gar nichts“, sagt Veit. Das können auch die Anwohner Gerhard Moosburger und Christine Zametzer bestätigen. „Das brummt so laut, dass bei uns im Regal die Tassen wackeln“, schimpft der Allacher. Seine Lebensgefährtin Zametzer sagt: „Ich bin keine gute Schläferin, der Lärm der Panzer macht mich echt fertig.“

Panzer sollten künftig noch länger brummen

Umso größer war das Entsetzen, als Veit auf der Tagesordnung des Bezirksausschusses (BA) Allach-Untermenzing einen Antrag auf Ausweitung der Betriebszeiten entdeckte. Bereits jetzt dürfen die Panzer werktags – also auch samstags – von 7 bis 17 Uhr fahren. Künftig soll das sogar bis 20 Uhr möglich sein. Geht es nach Veit, sollte man die Fahrten besser ganz verbieten. „Wir sind vom Verkehr auf der Ludwigsfelder Straße schon genug belastet.

Auch ein geplantes Wohnungs-Projekt hatte vor wenigen Wochen den Unmut einiger Allacher erregt.

BA-Mitglied Pascal Fuckerieder (SPD) sieht das ähnlich: „Die Teststrecke ist ein jahrelanges Ärgernis“, sagte er in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Er verwies darauf, dass die Strecke nie genehmigt wurde, weil dies bei ihrem Bau im Jahr 1964 nicht nötig war. Sie ist laut Umweltreferat (RGU) damit legal und als Altanlage registriert. Rechtlich stehe dies einer genehmigten Anlage jedoch nicht gleich. Anwohner Moosburger glaubt, dass sich das Unternehmen absichern will, um möglichen Klagen von künftigen Bewohnern des nahen Neubaugebietes aus dem Weg zu gehen.

Viertelpolitiker lehnen Antrag einstimmig ab

Auch BA-Mitglied Ingrid Haussmann (CSU) denkt, dass sich Krauss-Maffei eine Genehmigung durch die Hintertür holen will. Sie geht jedoch davon aus, dass die Strecke gar nicht genehmigungsfähig ist: „Ich wüsste nicht, wie das immissionsschutzrechtlich gehen soll.“ Die Viertelpolitiker lehnten den Antrag auf Ausweitung der Betriebszeiten letztlich einstimmig ab. Für Falk Lamkewitz (Grüne) sind schon die bestehenden Zeiten am Samstag unzumutbar.

BA-Chefin Heike Kainz (CSU) will Vertreter der Firma Krauss-Maffei und des Gesundheitsreferats in eine BA-Sitzung einladen. Sie sollen Stellung zu den Bedenken der Anwohner und Viertelpolitiker beziehen. „Danach behalten wir uns weitere Äußerungen vor.“ Forderungen seitens des BA nach einer Einschränkung der bestehenden Betriebszeiten sind also nicht ausgeschlossen.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Mein Allach/Untermenzing“.

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