Großbetriebe und Krankenhäuser in Angst

Hacker-Terror rund um München: Cyber-Angriffe auf Traditionsunternehmen Krauss-Maffei und Klinikum Fürstenfeldbruck

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Die KraussMaffei Group.

1800 Mitarbeiter des Kunststoffunternehmens Krauss-Maffei und das Personal des Klinikums Fürstenfeldbruck spüren die Folgen von Cyberangriffen.

München-Allach, südlich der A99, hier liegt ein Industriegebiet mit berühmten, traditionsreichen Firmennamen: die Panzerschmiede Krauss-Maffei-Wegmann, der Namensvetter Krauss-Maffei-Technologies, ein Unternehmen, das Anlagen und Maschinen für die Kunststoffindustrie herstellt. Seit Dienstagabend arbeiten die etwa 1800 Mitarbeiter am Standort eingeschränkt; „im Rahmen der derzeitigen Möglichkeiten“. Sämtliche Computer, so der Stand von gestern Vormittag, waren heruntergefahren. Der Grund: „Wir gehen Stand jetzt von einem Cyber­angriff aus“, sagte ein Sprecher des Unternehmens:

Kunden wie Behörden sowie Sicherheitsdienstleister waren über den Computerausfall informiert worden. Vermutlich wurde die Attacke mit einem Trojaner durchgeführt. Ähnlich wie Tage zuvor auch auf das Klinikum in Fürstenfeldbruck (siehe unten). Dort wurden nach einer Virenwarnung sämtliche 450 Rechner der Klinik ausgeschaltet.

Massive Computerprobleme in Amperkliniken

Am Dienstag gab es zudemin den Amperkliniken in Dachau und Markt Indersdorf zwischen 2.15 Uhr und 9.35 Uhr massive Computerprobleme. Die Sorge, dass auch hier Hacker dafür verantwortlich waren, zerstreute sich jedoch – es lag an der Hardware.

Wer steckt hinter den Angriffen? Keine bayerische Ermittlungsbehörde, auch die Zentralsstelle Cybercrime Bayern in Bamberg, berichtet von Hintergründen zum Fall Krauss Maffei Technologies. „Mir ist davon bislang nichts bekannt“, sagt der zuständige Oberstaatsanwalt Matthias Huber. Die Cyber-Attacke ähnelt aber dem Angriff auf ein mittelständisches Unternehmen in Rheinland-Pfalz von Anfang November. Hacker legten dort die Firma lahm. Die Bild berichtete, dass möglicherweise nordkoreanische Cyber-Kriminelle den Konzern erpressten, sie würden Bitcoins fordern, die virtuelle Währung.

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Bei Krauss Maffei arbeitet man derweil mit Hochdruck an der Beseitigung des Problems. 

Klinikum Fürstenfeldbruck: Wieder alles okay

Tagelang lief der Betrieb am Klinikum Fürstenfeldbruck im Krisenmodus. Die Datenverarbeitung war nach einem Trojaner-Befall völlig lahmgelegt – alle 450 Computer gingen vom Netz und wurden einer nach dem anderen vom Virus befreit. Gestern schlossen nun die Techniker den letzten Rechner wieder an das System an.

Nach der Cyberattacke war das Klinikum sogar von der Integrierten Leitstelle abgemeldet worden. Nur noch lebensbedrohlich oder schwer verletzte Patienten wurden aufgenommen, andere kamen in umliegende Krankenhäuser.

Bei der Attacke wurde der Trojaner TrickBot benutzt, der eigentlich Bankdaten ausspäht. Hinweise auf eine Erpressung gab es nicht. In dem Fall ermittelt die Zentralstelle Cybercrime.

mc

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