Kollaps auf dem Weg in die Klinik

Herzinfarkt am Steuer - Spielerberater (44) tot

+
Cafer K. vor der Allianz Arena. Der Fußball war seine große Leidenschaft.

München - Diese strahlenden, wachen Augen: Sie werden nie mehr das Licht der Sonne sehen. Dieses Herz, das der Familie und dem Fußball gehörte: Es schlägt nicht mehr. Cafer K. (44) aus Untermenzing ist am Montagabend gestorben.

Er hatte einen Herzinfarkt am Steuer seines Porsche Cayenne erlitten – auf dem Weg in die Klinik. Freunde berichten, dass K. ins Krankenhaus fuhr, weil er sich unwohl fühlte und schlecht Luft bekam. Klassische Vorboten eines Infarkts …

Familie und Freunde sind geschockt. K. hatte einen großen Bekanntenkreis – er war als Autohändler, im Immobiliengeschäft und außerdem als lizenzierter Spielervermittler im Fußball tätig.

Haci Ekici (48, Vater von Ex-Bayern-Spieler Mehmet Ekici), arbeitete zusammen mit K. an der Vermittlung junger Talente. Er sagt über seinen Freund: „Er war so ein lieber Mensch. Wir waren gerade erst am Wochenende zusammen unterwegs, hatten Termine mit Fußball-Talenten. Wir waren in Cafers Auto unterwegs: Einen Teil der Strecke ist er gefahren, einen Teil ich.“ In eben jenem Auto hat K. wenig später den tödlichen Kollaps erlitten.

Er war am Montag kurz vor neun Uhr abends auf der Elly-Staegmeyr-Straße (Untermenzing) in Richtung Allacher Straße unterwegs, als er hinter dem Steuer zusammenbrach. K. verlor die Kontrolle, muss wohl das Gaspedal durchgetreten haben. Er kam auf die Gegenfahrbahn, knallte in einen geparkten BMW und schob dieses Auto 15 Meter weit über die Kreuzung. Erst an einem Stromkasten kamen die ineinander verkeilten Pkw zum Stehen.

Bilder: Porschefahrer (44) erleidet Infarkt am Steuer

Bilder: Porschefahrer (44) erleidet Infarkt am Steuer

Retter der Freiwilligen Feuerwehr Allach waren schnell vor Ort. Sie befreiten K. gemeinsam mit Polizisten aus dem Auto, versuchten ihn wiederzubeleben. Ihre Bemühungen blieben ohne Erfolg – auch die Ärzte im Rettungswagen und im Krankenhaus konnten nichts mehr für K. tun.

Ermittler untersuchen die Unfallstelle. K. war mit seinem Porsche (l.) in einen BMW gekracht. Der Sachschaden (85 000 €): Angesichts des Verlusts eines Lebens ist er Nebensache.

Was jetzt bleibt, ist tiefe Trauer: K. hinterlässt seine Frau und zwei Töchter, die noch die Schule besuchen. Ekici sagt: „Es ist furchtbar für die Familie, sie sind unsagbar traurig.“ K. soll in seinem Heimatort in der Türkei am schwarzen Meer beerdigt werden. Es wird der letzte Weg und die letzte Ruhe eines Mannes sein, der Zeit seines Lebens so aktiv und so viel unterwegs war. K. liebte Reisen – und vor allem liebte er den Fußball. Ekici erzählt: „Wir haben uns beim FC Anadolu kennengelernt. Das muss so ungefähr vier oder fünf Jahre her sein.“ Es war der Anfang einer Freundschaft, die an diesem Montag ein jähes Ende gefunden hat.

ARB, JAM, HEI

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare