Meterweit mitgeschleift

Mann stürzt in Allach ins Gleis - und stirbt

München - Schrecklicher Unfall am S-Bahnhof Allach. Ein 50 Jahre alter Mann ist am Neujahrstag ins Gleis gestürzt - und von der S-Bahn überrollt worden.

Schlimmer Unfall an S-Bahnhof: In Allach ist am Nachmittag des Neujahrstages ein 50-jähriger Münchner aufs Gleis gestürzt. Der Mann wurde von der S-Bahn überfahren und starb, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Der Mann hatte sich gegen 14.55 Uhr auf dem Bahnsteig in Allach befunden. Dort stürzte er - nach Angaben unbeteiligter Zeugen - ohne Fremdverschulden in das Gleisbett. Ein 29-Jähriger Zugführer aus München fuhr mit einer aus Dachau kommenden S-Bahn auf das Gleis 1 ein. Er leitete noch eine Sofortbremsung ein - konnte aber den Zusammenstoß mit dem 50-Jährigen nicht mehr verhindern.

Der Mann wurde laut den Beamten von der S-Bahn erfasst und einige Meter mitgeschleift. Dadurch wurde er lebensbedrohlich verletzt. Ein Notarzt versorgte den 50-Jährigen an der Unfallstelle. Dann wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Dort starb er an seinen Verletzungen. Eine Unfallzeugin wurde durch psychologisch betreut. Die Bahn sperrte den S-Bahnverkehr in Richtung München bis 16.20.

Es ist nicht der erste Unfall an einem Bahnhof im neuen Jahr: Bereits in der Silvesternacht war ein 60-Jähriger aus Taufkirchen gegen 1.30 Uhr am Scheidplatz auf die Gleise gefallen. Er war alkoholisiert und stieg aus einer U-Bahn aus. Dann wollte in eine U-Bahn an einem parallelen Bahnsteig einsteigen. Dabei übersah er jedoch laut Polizei, dass sich zwischen den beiden Bahnsteigen noch Gleise befinden.

Der Mann hatte Glück: Ein 31-jähriger U-Bahnfahrer, der gerade in den Bahnhof einfuhr, leitete eine Notbremsung ein. Auch der 60-Jährige reagierte geistesgegenwärtig und rollte sich zur Seite, sodass ihn die Bahn nicht erfasste.

Aktion Münchner Fahrgäste fordert automatische Gleisbettüberwachung

Die Aktion Münchner Fahrgäste forderte die Politik nach dem U-Bahn-Unfall auf, bei der MVG "entsprechende Maßnahmen" einzuleiten. "Wir fordern unverzüglich eine automatische Gleisbettüberwachung und mittelfristig Bahnsteigtüren", sagte Sprecher Andreas Nagel. Solche Türen sind fest am Bahnsteig befestigt und öffnen sich erst, wenn ein Zug hält. So ist es nicht mehr möglich, ins Gleisbett zu fallen.

"Es ist schon auffällig, dass sich Unfälle an Bahnhöfen in letzter Zeit häufen", so Nagel. "Zumindest in den Fällen, bei denen ein wenig Zeit zwischen dem Fallen ins Gleis und dem Einfahren des Zuges ist, könnte man gegenwirken."

wei

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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