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Wirbel um Münchner Einkaufszentrum - Ladenbesitzer erheben jetzt schwere Vorwürfe: „Viele sind ruiniert, viele ...“

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Von: Andreas Daschner

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Frustriert: Inhaber und Mitarbeiter mehrerer Läden im Allacher „Evers“ beklagen Missstände.
Frustriert: Inhaber und Mitarbeiter mehrerer Läden im Allacher „Evers“ beklagen Missstände. © Astrid Schmidhuber

Das Einkaufszentrums Evers am Allacher Oertelplatz sorgt für Frust bei mehreren Ladenbesitzern. Schatten fällt über das Einkaufsparadies. Das Center-Management kennt die Probleme, spricht von Einzelfällen.

Allach - Frustriert deutet Tamer Tüfekci auf eine Zeile im Werbeprospekt eines Maklers: Bis zu 5500 Besucher pro Tag werden dort für die Läden im Evers in Aussicht gestellt. „Wir hatten keine 500 am Tag“, sagt der Inhaber des Babaci-Dönerstandes im sogenannten Food Court des Einkaufszentrums. Er ist nicht der Einzige, der darüber klagt. Acht Geschäftsinhaber erklären im Gespräch mit dem Merkur, sie hätte große Probleme.

Einkaufzentrum Evers in München-Allach - „Mietpreise wie in der Leopoldstraße“

Dabei hatten die Ladenbesitzer noch auf Besserung gehofft, als das Evers im Herbst von der MOEG an den Versicherungskonzern Swiss Life verkauft wurde. Laut Tüfekci hätten die neuen Eigentümer zunächst ein offenes Ohr für die Probleme gehabt. „Uns wurden Veränderungen und eine Senkung der Mieten angekündigt“, sagt er. Erik Herz, der das „Currywoschd-Haus“ neben Tüfekcis Stand betreibt, sagt: „Die kamen aber nie.“ Er habe inzwischen Insolvenz anmelden müssen.

Überhaupt seien die Mieten viel zu hoch. „Das sind Mietpreise wie in der Leopoldstraße“, sagt Tüfekci. Tamer Gül vom Reisebüro im Evers ergänzt: „Die sind nicht gerechtfertigt, da die Kundenfrequenz sehr niedrig ist.“

München: Einkaufszentrum Evers - Rauchmelder falsch montiert

Nicht zuletzt monieren die Ladenbesitzer Baumängel, die weitere Kunden gekostet hätten. Tüfekci spricht von mehr als 40 Feueralarmen, die aufgrund falsch montierter Rauchmelder ausgelöst worden seien. „Die Kunden mussten das Einkaufszentrum verlassen, viele kamen nicht wieder.“ Das Dachfenster im Food Court sei zudem im Januar noch einmal ausgetauscht worden, sodass die Gäste sich in Winterjacken zum Essen hinsetzen mussten.

Laut Herz habe rund ein Dutzend Geschäfte seit der Eröffnung schon wieder geschlossen. Nur noch knapp ein Drittel der Läden seien geöffnet. Tüfekci ergänzt: „Viele sind ruiniert, viele stehen kurz davor.“

Konfrontiert mit den Beschwerden, erklärte Center-Manager Dirk Otto gegenüber unserer Redaktion, dass ihm einige der kritischen Stimmen bekannt seien. Es handle sich jedoch um Einzelstimmen. „Der Großteil unserer Mieter ist zufrieden.“ Die Kundenfrequenz liege im ersten Jahr des Bestehens durchaus im erwartbaren Bereich, sagt Otto. Zu den in Aussicht gestellten Besucherzahlen erklärt der Center-Manager, dass dafür noch der Alteigentümer verantwortlich sei.

München: Das sagt die Swiss Life zu den 40 Feueralarmen

Von Baumängeln, die sich negativ auf den Geschäftsverlauf ausgewirkt hätten, sei nach dem Verantwortungsübergang auf Swiss Life im November nichts bekannt. Auch die Rauchmelder hätten immer korrekt ausgelöst – seit Ende November 22-mal, „meist durch falsche Handhabung der Anlagen durch die Mieter, zum Beispiel durch Abschaltung der Rauchabzüge im Gastrobereich oder teilweise durch rauchende Mitarbeiter von Mietern“.

Dass den Ladenbesitzern Mietminderungen aufgrund der benannten Probleme in Aussicht gestellt worden seien, dementiert Otto. Auch von Insolvenzen auf Mieterseite sei ihm nichts bekannt. Fluktuation gehöre „zu jedem Center, da ist auch Allach keine Ausnahme.“ Das unternehmerische Risiko liege immer beim Händler selbst.

Vonseiten des Center-Managements rechne man außerdem mit einem weiteren Kundenzuwachs durch mindestens 1200 Wohnungen, die im Umfeld des Evers geplant oder bereits in Bau sind. Otto: „Auf diesen neuen Kundenstamm wird unsere neue Marketingoffensive in der zweiten Jahreshälfte zielen.“

Einkaufsparadies, Expressbus und mehr: Das Einkaufszentrum Evers im Stadtteil Allach/ Untermenzing wurde 2019 eröffnet. Bürgermeister Josef Schmid sprach beim Richtfest am Oertelplatz von einem „entscheidenden Einschnitt für den 23. Stadtbezirk“ und bezeichnete den Bau um den Allacher Bahnhof einen Gewinn. Über die Nachverdichtung im Ortskern von Allach wurde im Vorfeld viel diskutiert. 

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