Besitzerin befüchtete das Schlimmste

Polizei verfolgt ein Rennpferd quer durch den Münchner Westen - erst Pferdeflüsterer kann es stoppen

Stute Funny lief von ihrem Hof in Langwied bis zur Amalienburg innerhalb von nur einer Dreiviertelstunde – die Polizei auf den Fersen.
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Bitte mal rechts rantraben: Stute Funny lief von ihrem Hof in Langwied bis zur Amalienburg innerhalb von nur einer Dreiviertelstunde – die Polizei auf den Fersen.

Der Wind hatte das Rennpferd wohl nervös gemacht. Die Stute riss sich los und galoppierte mit voller Wucht gegen das Hoftor und war auf und davon. Die Besitzerin befürchtete das Schlimmste.

München - Ein entlaufenes Rennpferd hat am Sonntagvormittag die Polizei auf Trab gehalten. Funny heißt die junge Stute, auf gut Deutsch „lustig“ – so empfand die Besitzerin des Tieres den Ausflug quer durch den Münchner Westen aber sicher nicht. Innerhalb einer Dreiviertelstunde trabte Funny von ihrem Hof nahe dem Langwieder See bis zur Amalienburg, wo die Polizei sie letztlich einfing.

Die vierjährige Stute hatte sich losgerissen, als ihre Besitzerin gerade dabei war, ihr das Zaumzeug anzulegen. Funny ist als Rennpferd in Frühpension gegangen – weil sie einen so stürmischen Charakter hat.

„Der Wind hat sie nervös gemacht. Sie rannte mit einer solchen Wucht gegen das Hoftor, dass es aufging“, erzählt die Besitzerin. Für die war der wilde Ritt des Pferdes beängstigend. „In der Nähe des Hofes sind Autobahnen. Ich fürchtete schon, Funny nicht lebend wiederzusehen.“

„Ihr Pferd hält gerade schon halb München auf Trab“

Bei der Flucht verletzte sich die Stute leicht, was sie aber nicht daran hinderte, mit Tempo 50 immer weiter zu rennen. Die Halterin nahm die Verfolgung mit dem Auto auf, verlor Funny aber schnell aus den Augen. Als sie bei der Polizei anrief, hieß es dort: „Ihr Pferd hält gerade schon halb München auf Trab.“

Blaulicht macht Tier Angst - Erst ein Pferdeflüsterer kann Rennpferd stoppen

Schließlich sichtete eine Polizeistreife Funny auf der Allacher Straße. Doch für die Beamten war es erst gar nicht so leicht, das Pferd einzufangen. Es rannte weiter über den Wintrichring, dann über die Menzinger Straße bis zur Amalienburg. Mittlerweile wurde die Stute von einigen Polizeifahrzeugen verfolgt. Natürlich hatte das aufgewühlte Tier Angst vor dem Blaulicht und entwischte den Beamten immer wieder.

Pferdeflüsterer und Pferdenarr: Polizei-Hauptmeister Michael Schleser mit dem Haflinger seiner Freundin.

Doch dann kam Pferdeflüsterer Michael Schleser. Der Polizei-Hauptmeister hat Erfahrung mit Pferden – seine Freundin besitzt einen Haflinger. „Als ich von der Verfolgungsjagd erfahren habe, kam ich kurzfristig dazu, um zu helfen“, erzählt der 33-Jährige. Zwei Polizeistreifen überholten Funny. Die Beamten spannten ein Seil über die Straße, wodurch die Stute langsamer wurde – und Schleser beruhigte das Pferd erfolgreich. Dann wurde Funny im Anhänger nach Hause gebracht. „Es geht ihr gut, sie ist nur leicht verletzt und erholt sich“, sagt die Besitzerin. „Ich bin der Polizei und auch allen anderen Beteiligten wahnsinnig dankbar!“ 

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