Nach Kritik im Vorfeld

Projekt für 250 neue Wohnungen im Westen: Pläne für die „Hirmerei“ in Allach stehen

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Die „Hirmerei“: Vier kleine, verbundene Innenhöfe sollen als durchgängige Grünanlage fungieren.

Der Realisierungswettbewerb für die sogenannte „Hirmerei“ in Allach ist abgeschlossen. An die 250 Wohnungen sollen auf dem Areal am Münchner Stadtrand südlich der S-Bahn-Station Karlsfeld entstehen.

Die Aufgabe ist nicht einfach: Mit nur rund 1,6 Hektar ist das Grundstück zwischen der Eversbuschstraße und der Bahnlinie nicht sonderlich groß für die rund 250 Wohnungen, die die Hirmer-Gruppe als Eigentümer dort entstehen lassen will. Am besten gelöst hat diese Aufgabe nach Ansicht des Preisgerichts „Plais Mai“, eine Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern aus München.

Bebauung von drei bis fünf Stockwerken

Deren Entwurf sieht eine aufsteigende Höhe von dreigeschossigen Bauten an der Eversbuschstraße bis zu fünfstöckigen an der Bahnlinie vor. So soll einerseits der direkte Kontrast zur niedrigen Bestandsbebauung mit Einfamilienhäusern nicht zu extrem ausfallen und gleichzeitig der Lärm von der viel befahrenen Bahnlinie gedämmt werden. Durch vier kleine und miteinander verbundene Innenhöfe soll eine zusammenhängende Grünanlage geschaffen werden. Zudem soll es private Gärten und damit eine Mischung von öffentlichen und privaten Flächen geben.

Durch eine ringförmig angeordnete Tiefgarage darunter sei es außerdem möglich, größere Bäume in den Höfen zu pflanzen. Mit sehr unterschiedlichen Grundrissen will Hirmer nach eigenen Angaben Wohnungen für ganz unterschiedlichte Personengruppen ermöglichen. Einige sollen speziell für Mitarbeiter der Hirmer-Gruppe reserviert sein. Außerdem wird es eine Kindertagesstätte in dem Gebäudering geben.

Der Siegerentwurf ist im Planungsreferat ausgestellt

Der Siegerentwurf samt Modell und die anderen Entwürfe sind ab sofort bis einschließlich Freitag, 25. Oktober, im Planungsreferat an der Blumenstraße 28 b ausgestellt. Auf den zweiten Platz kam ein Entwurf der Peter Meili GmbH. Die Ideen des Architekturbüros Fink+Jocher belegten den dritten Platz. Auf der Grundlage des Siegerentwurfs kann nun der Stadtrat über das weitere Verfahren entscheiden.

In diesem Rahmen können sich auch die Anwohner noch einmal in das Verfahren einbringen – was sie sicher tun werden. Denn ob der Entwurf in der Allacher Nachbarschaft sowie dem direkt angrenzenden Karlsfeld sonderlich gut ankommt, ist fraglich. Schon im Vorfeld gab es kritische Stimmen, insbesondere die große Zahl von Wohnungen sowie eine fehlende Verkehrs- und Infrastrukturplanung wurden bemängelt.

Heike Kainz (CSU), die Vorsitzende des Bezirksausschusses, forderte am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung, dass „der Investor zeitnah alle seine Planungen in dem Gremium erklären“ möge.

Bezahlbarer Wohnraum in München ist kaum mehr zu bekommen. Doch das soll sich in der Zukunft ändern. Ob das Vorhaben gelingt? Das sind die Pläne des Stadtrats.

Wie schafft man mehr bezahlbaren Wohnraum? Berlin versucht es mit einem straffen Mietendeckel, Bayern will lieber Anreize zum Bauen schaffen. Dazu rüttelt die Staatsregierung die Bauordnung einmal durch. Die Opposition meint: Das ist zu wenig.

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