Verein braucht dringend Räume

Stillstand im Allacher Bunker: Höhlenforscher stecken langsam in der Klemme 

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Stadtteilhistoriker Walter Demmel würde eine Nutzung des Allacher Bunkers durch die Höhlenforscher unterstützen.

Der letzte verbliebene Hochbunker in Allach-Untermenzing steht weiter leer. Der Verein für Höhlenkunde in München würde gerne die Räume nutzen. Doch das gestaltet sich schwierig. Der Bunker gehört nämlich nur zum Teil der Stadt München.

Im Herbst vergangenen Jahres hat Christian Brack von den Höhlenkundlern im Bezirksausschuss (BA) Allach-Untermenzing das Interesse des Vereins für Höhlenkunde München (VHM) an einem Einzug in den Bunker an der Franz-Nißl-Straße bekundet (wir berichteten) Getan hat sich seitdem nicht viel. Dabei unterstützt auch Stadtteilhistoriker Walter Demmel eine Nutzung durch den gemeinnützigen Verein. „Aber die Stadt lässt aus Sicherheitsgründen keine Besichtigung zu“, sagt Brack.

In der Tat sei der Hochbunker in einem schlechten baulichen Zustand, bestätigt Birgit Unterhuber, Sprecherin des Kommunalreferats, auf Nachfrage unserer Zeitung. Das Problem: Eine Verbesserung ist derzeit nicht möglich – weil die Eigentumsverhältnisse nicht geklärt sind. Der Grund und Boden, auf dem der Bunker steht, gehört der katholischen Kirchengemeinde St. Benno, der Bunker der Stadt München.

Den Höhlenforschern läuft die Zeit davon

„Derzeit ist keine Lösung der Eigentumssituation in Sicht, aber wir bemühen uns“, sagt Unterhuber. Die Stadt begrüße jegliche Anfrage nach einer Nutzung, aber so lange diese Frage nicht geklärt sei, gestalte sich das schwierig. Den Höhlenforschern läuft allerdings langsam die Zeit davon. Der VHM, der heuer 65 Jahre alt wird, ist heimatlos, seit er im Mai 2016 aus einem Gebäude von BMW an der Schleißheimer Straße ausziehen musste. „Das Gebäude wurde abgerissen“, sagt Brack.

Seitdem lagern sämtliche Bücher, Einrichtungsgegenstände und auch das Forschungs- und Klettermaterial an diversen Stellen rund um München: in Germering (Landkreis Fürstenfeldbruck), Oberpfaffenhofen (Starnberg) und Petershausen (Dachau). Vor allem bei den Büchern, die zum Großteil in Pfaffenhofen an der Ilm eingelagert werden mussten, ist das ein Problem: „Wir können sie derzeit nicht verleihen, ja noch nicht einmal selbst nutzen“, sagt Brack.

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Benötigt würden Räume mit einer Gesamtfläche von rund 150 Quadratmetern - 70 Quadratmeter für den Veranstaltungsraum, 50 für die Bibliothek und je zehn für Kataster, Rettungsausrüstung und Forschungsmaterial. „Wir sind dabei nicht besonders anspruchsvoll“, sagt Brack. Die Bunkerräume ohne Tageslicht würden ausreichen. Dazu würde der VHM bei nötigen Umbauten und bei der Pflege auch Eigenleistung einbringen.

Ihre Treffen veranstalten die Höhlenkundler derzeit in der Jesus-Christus-Kirche in Germering. Doch das ist keine optimale Situation. „Wir müssen unsere Pläne jedes Mal abhängen und unser gesamtes Material wieder aufräumen“, sagt Brack. In einem eigenen Vereinsheim könnte man sich das sparen. Dazu kommt, dass der VHM in Kürze fast 210 Mitglieder zählen wird, weil er mit einem anderen Club fusioniert. Ohne eigene Räume droht über kurz oder lang die Auflösung des Vereins.

Viel Geld können die Höhlenforsche für etwaige Mieten auch nicht in die Hand nehmen. „Für 2500 Euro im Monat würden wir schon was kriegen, aber das können wir uns nicht leisten.“ Die Miete könnte allerdings auch beim Bunker zum Problem werden. Laut Brack verlangt die Stadt 500 Euro monatlich – auch das ist zu viel für den VHM. Unterhuber wollte dazu keine Stellung nehmen, da es sich bei Mieten um privatvertragliche Angelegenheiten handle.

CARMEN ICK-DIETL

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