Anwohner gegen „Wohnen für Alle“

Gegen Wohnbebauung: Der nächste Kampf um die nächste Wiese

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Grün statt Beton: Die Bürgerinitiative auf dem Areal an der Franz-Albert-Straße. Vorne in der gestreiften Hose Cornelia Schwarz-Teuber. 

Nach dem erbitterten Streit um eine Bebauung der Unnützwiese in Trudering geht es nun um eine Grünfläche in Allach. Auch hier will die Stadt für das Programm „Wohnen für Alle“ bauen. 

München - Gerade erst ist die Bebauung der Unnützwiese in Trudering vom Tisch, da haben erneut Anwohner einem geplanten Standort des städtischen Wohnbau-Programms „Wohnen für alle“ den Kampf angesagt. Eine Bürgerinitiative hat sich schon gegründet – dieses Mal geht es um eine Grünfläche in Allach.

„Recht auf Grün“ statt Nachverdichtung

Die geplante Bebauung an der Ecke Franz-Albert-Straße zur Naßlstraße war auch Thema im Bezirksausschuss (BA) Allach-Untermenzing. In dessen Bürgersprechstunde trug Anwohnerin Cornelia Schwarz-Teuber stellvertretend für die in der Initiative organisierten Anwohner ihre Einwände vor. „Es wird immer mehr nachverdichtet in diesem Bezirk, und wir haben das Recht, auch für unsere Nachkommen, das Grün zu erhalten“, fordert die Mitbegründerin der Initiative „Erhalt Grünfläche Franz-Albert-Straße“, die nach eigenen Angaben bereits über tausend Unterstützer hat.

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewofag plant, auf dem Grundstück acht Gebäude mit insgesamt 85 Wohnungen zu errichten. Sie sind Teil des Sofortprogramms „Wohnen für alle“. Einziehen sollen Haushalte, die auf einer Liste des Amts für Wohnen und Migration vorgemerkt sind sowie anerkannte Flüchtlinge und Wohnungslose, die von Sozialpädagogen des Sozialreferats betreut werden.

Die gewachsene Struktur werde gesprengt

„Allach hat schon sehr viel an sozialen Dingen getan und tut es immer noch, aber es ist auch mal genug“, argumentiert Schwarz-Teuber. Mit der Anzahl der zu Integrierenden würden die Aufnahmemöglichkeiten einer gewachsenen Viertelstruktur gesprengt. „Wir fühlen uns hinters Licht geführt und vor vollendete Tatsachen gestellt“, beschwerte sie sich und verwies damit auf eine Informationsveranstaltung der Gewofag vor wenigen Wochen.

Der stellvertretende Vorsitzende des Bezirksausschusses, Friedrich Schneller (SPD), entgegnete, dass auch das Gremium erst seit der Anwohnerversammlung von dem Vorhaben wisse. „Wir nehmen Ihre Bedenken ernst, müssen aber die Stellungnahmen der städtischen Referate abwarten.“ Erst dann könne sich der Ausschuss eine Meinung bilden.

Zusätzlicher Verkehr wird ein Problem

Eine weitere Herausforderung stellen aus Sicht der Bürgerinitiative die zu erwartenden zusätzlichen Autos im Bereich Franz-Albert- und Naßlstraße dar. „Schon heute sind die Straßen dicht zugeparkt, nicht zuletzt durch die massive Nachverdichtung der letzten Jahre“, sagt Schwarz-Teuber. Laut Schneller sei diese Problematik im Bezirk allgegenwärtig. „Das liegt ganz einfach daran, dass die Bewohner ihre Garage zweckentfremden und statt des Autos ihre Fahrräder und den Grill reinstellen“, so der BA-Chef. Zudem hätten viele nicht nur eines, sondern zwei oder drei Fahrzeuge. „Die Stellplatzproblematik ist uns im Bezirksausschuss bewusst. Wir behalten das im Auge und werden nicht müde, unser Anliegen immer wieder zu präsentieren.“ 

Leonie Gubela

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