tz-Stadtteil-Check: Note 2,80

Allach-Untermenzing: Das Dorf in der Stadt

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CSU-Mann Tobias Weiß vor der alten Pfarrkirche St. Martin in Untermenzing

München - In einer Serie stellt die tz die Ergebnisse des großen Stadtteil-Checks vor. Diesmal sind wir in Allach-Untermenzing. Dort gab es von den Bürgern die Gesamtnote 2,80.

Die Benotung im Detail - VERGRÖSSERN

Wo wohnen die glücklichsten Münchner? Wie beurteilen die Bürger das Angebot für Kultur, Kinder undSenioren? Wie sauber finden sie ihr Viertel – und wie sicher fühlen sie sich dort? Die tz wollte dies und noch viel mehr im größten Stadtteilcheck Münchens wissen. 7000 Leser haben daran teilgenommen und Noten in 23 Kategorien vergeben. Ausgewertet hat sie der Lehrstuhl für Humangeographie und Geoinformatik an der Uni Augsburg. Die Studenten haben ihre Ergebnisse dann auch in den einzelnen Vierteln bei Recherchen und Umfragen in der Praxis überprüft. In einer Serie für alle 25 Stadtviertel stellt die tz jetzt die Ergebnisse vor. Heute sind wir unterwegs in Allach-Untermenzing. Dort gab es von den Bürgern die Gesamtnote 2,80.

Das Dorf in der Stadt

Es ist echt ein anderer Rhythmus hier. Ruhiger und entspannter als in vielen anderen Vierteln – fast ein bissl wie früher. Herzlich willkommen in Allach-Untermenzing. Hier, im „Dorf in der Stadt“, wie einige der Bürger ihren Bezirk nennen. Durchflossen von der Würm, umgeben von Grünflächen, geprägt von den kleinen Reihenhäusern.

Das alles spiegelt sich auch in unserem Stadtteil-Check wider. Da gibt’s von den Bürgern Top-Noten in Bereichen, die man normalerweise eher auf dem Land verorten würde. Konkret: Allach-Untermenzing belegt Platz zwei bei der Haustierfreundlichkeit und Platz drei beim Vereinsleben. Außerdem liegt das Viertel in Sachen Nachbarschaft und Lärmschutz im vorderen Drittel.

Die Kehrseite: Allach Untermenzing ist Letzter bei der Verkehrsanbindung und beim Jugendangebot. Dazu kommen vorletzte Plätze beim Kulturangebot, der Gastronomie und dem Freizeitangebot.

Tobias Weiß von der CSU Allach-Untermenzing kennt das Problem: „Es gibt zwar ein aktives Gemeindeleben in Kirchen und in zahlreichen Vereinen, allerdings fehlt ein Stadtteilzentrum wie zum Beispiel eine Fußgängerzone.” Die Schließung des Allacher Bades im Jahr 2009 hat die Lage zusätzlich verschärft. Denn: Hier gibt’s auch kein Kino oder Theater. Bedeutet: Wer Unterhaltung sucht oder feiern will, der muss meistens raus aus dem Viertel und rein in die Stadt. Vielen Einwohnern ist das allerdings ganz recht so. Dann ist der Lärm an der Feierbanane – und Allach bleibt ländlich-ruhig.

Christian Barnerssoi

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Fakten

Fläche in Hektar: 1537,41

Einwohnerzahl: 30 393

Anteil der Kinder (unter 15 Jahre): 4456

Anteil der Senioren: 6073

Gründungsjahr: Untermenzing: 1315, Allach: 774

Jahr der Eingemeindung nach München: 1938

Grünfläche in Hektar: 99,77

Anzahl der Krippenplätze: 213

Anzahl der Kindergartenplätze: 908

Anzahl der Schulen: 6

Alles ist entschleunigt

Ich bin Taxifahrer, permanent in der Stadt unterwegs. In Allach-Untemenzing herrscht ein anderer Rhythmus: Alles ein wenig ­entschleunigt. Es gibt einen ­Metzger, einen Bäcker. Das reicht mir. Man kennt sich noch. Die Metzgerin quatscht mit ­ihren Kunden. Das gehört dazu. Das ist der Charme von hier.

Günter Ogl (50), Taxifahrer

Mein Stadtteil-Tipp:

EDI’s Cafe-Bar. Da treffen sich alle Generationen. Eine eierlegende Wollmilchsau.

Ich vermisse hier nichts

Ich brauche 15 Minuten zum Marienplatz oder zum See. Ich vermisse hier nichts. Es wird zwar nicht viel für die Jugend geboten, aber das stört mich nicht. Wenn ich feiern gehen will, nehme ich die S-Bahn in die Stadt. Bei uns ist alles grün. Ich mag die Natur. Für Städter ist es hier wohl eher nicht das Richtige.

Lena Zander (17), Schülerin

Mein Stadtteil-Tipp:

Der Fluss: die Würm. Dort ist es schön, die kann ich wirklich jedem empfehlen. Hier lohnt sich ein Besuch immer.

Fast wie Urlaub

Wir sind vor einem Jahr hierher gezogen. Die Lage hat uns gut gefallen: Es gibt eine gute S-Bahn-Anbindung. Alles ist zu Fuß erreichbar. Ich möchte nicht mehr wegziehen. Es ist erholsam, fast wie Urlaub: Man schaut aus dem Fenster, die Würm in Sichtweite, alles ist grün. ­Allerdings wäre eine Eisdiele in Allach schön.

Norbert Wöllner (42), IT-Kaufmann

Mein Stadtteil-Tipp:

Die Olive, ein Italiener direkt am Bahnhof. Dort kann man gut zum Essen gehen.

Die bisherigen Teile:

Obergiesing-Fasangarten: Wird die Zukunft grüner?

Schwanthalerhöhe: Das pure München

Untergiesing-Harlaching: Wo der Fußball wohnt

Milbertshofen-Am Hart: Licht und Schatten

Laim: Münchens grüner Garten

Berg am Laim: Das Schlusslicht

Moosach: Die Idylle in der Großstadt

Au-Haidhausen: Das Dorf im Zentrum

Trudering-Riem: Mix aus Stadt und Land

Schwabing-West: Besser ist's nirgends

Pasing-Obermenzing: Tradition trifft Moderne

Ramersdorf-Perlach: Besser als der Ruf

Neuhausen-Nymphenburg: Paradies für Jung & Alt

Bogenhausen: Sauber, sicher, schick

Sendling: Günstig und gemütlich

Ludwigvorstadt-Isarvorstadt: Wo der Luxus wohnt

Aubing-Lochhausen-Langwied: Die Oase der Ruhe

Maxvorstadt: Die Kultur-Hochburg

Untergiesing-Harlaching: Wo der Fußball wohnt

Altstadt-Lehel: Das Herz Münchens

Feldmoching-Hasenbergl: Vorurteile widerlegt

Sendling-Westpark: Ruhe und Radau

Thalkirchen, Obersendling, Forstenried, Fürstenried und Solln: Münchens grüner Süden

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