Rüde sucht ein Zuhause

Alle wollen den armen Boncuk (14)

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Boncuk mit seiner Pflegerin Brigitte.

München - Boncuk, ein Malteser-Rüde ist der Star im Tierheim. Der 14-Jährige Rüde sucht ein Zuhause. An Angeboten mangelt es nicht, aber dafür muss er erst gesund werden.

Das ist aber keine gute Nachricht: Dem kleinen Malteser-Rüden Boncuk geht es nicht gut. Seit Mittwoch hat er Blut im Urin. Jetzt steht er fast rund um die Uhr unter tierärztlicher Beobachtung und wird umfassend behandelt. „Wir hoffen, dass er sich bald wieder erholt und noch eine schöne Zeit bei lieben Menschen vor sich hat,“ erklärte Monika von Tettenborn vom Münchner Tierschutzverein.

An lieben Menschen würde es wahrlich nicht mangeln: „Acht Familien und Alleinstehende haben sich bereits bei uns gemeldet. Sie alle würden Boncuk gerne zu sich nehmen und ihm einen schönen Lebensabend schenken. Erst jedoch muss unser kleiner Opa wieder gesund werden.“

Der Malteser-Rüde wurde am Rosenmontag in Neukeferloh in einem erbärmlichen Zustand gefunden. Das Tier wurde offenbar über Jahre schlecht behandelt und völlig unsachgemäß gehalten – von einer Frau, die keine Ahnung von Hundehaltung hatte und sich auch nie Gedanken darüber machte. Boncuk war nie bei einem Tierarzt gewesen. Seine Krallen sind ihm in die Pfoten gewachsen, sein weißes Kuschelfellchen war total verfilzt, seine Zähne sind verfault. Er hatte Flöhe, Entzündungen und solche Zahnschmerzen, dass er zuletzt auch nicht mehr fressen konnte. Lange hätte er diesen Zustand nicht mehr überlebt.

Am Montag jedoch lief er der Frau einfach davon, wurde von einer tierlieben Passantin gefunden und zur Polizei gebracht. Dort fiel er vor lauter Aufregung und Schwäche einfach in Ohnmacht. Der Tierschutzverein hat die Halterin bereits wegen Tierquälerei angezeigt. Sie war sich keiner Schuld bewusst, wollte den Hund sogar wiederhaben.

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Im Tierheim hat Boncuk alle Herzen im Sturm erobert. Monika von Tettenborn: „Er ist so lieb und geduldig, lässt alles mit sich geschehen und begrüßt jeden voller Begeisterung. Wenn man weiß, was er mitgemacht hat, ist dieses Vertrauen ungewöhnlich und sehr berührend.“

Dorita Plange

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