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Allerheiligen: Verein will das Tanzverbot aushebeln

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Halloween-Partys wurden in den vergangenen Jahren immer beliebter: In heißen Kostümen wurde am Vorabend von Allerheiligen gefeiert.
Halloween-Partys wurden in den vergangenen Jahren immer beliebter: In heißen Kostümen wurde am Vorabend von Allerheiligen gefeiert. © dpa

Es ist der Tag, um den Toten zu gedenken: Allerheiligen. Tausende Bayern werden auch heuer wieder am 1. November (der diesmal auf einen Samstag fällt) zu den Gräbern ihrer Liebsten, ihrer Freunde pilgern.

Es ist für viele der Tag der Ruhe, der Stille. Genau deshalb erlässt jedes Jahr die Staatsregierung ein Tanzverbot. Heißt: In allen Clubs und Discos ist jedes Halligalli und jede Halloween-Party strengstens verboten. Heuer gar ohne Ausnahme! Etliche Anwohner sind froh darüber. Aber vielen Gastronomen schmeckt das gar nicht. Seit Jahren plädieren sie für mehr „Toleranz“, jeder solle doch „selbst entscheiden können, ob er ausgehen möchte“. Nun haben sie sogar einen Verein gegründet. Das Ziel: Das Verbot auszuhebeln!

Vor zwei Tagen setzten sich einige bekannte Münchner Clubbesitzer zusammen und riefen den Verein Gesellige Toleranz in Bayern ins Leben. Vorsitzender ist Veranstaltungsexperte Alexander Wolfrum, der unter anderem Chef von G.R.A.L. ist, der Werbegesellschaft Gründliche Realisierung Allgemeiner Lebensfreude. „Wir werden am 31. Oktober einige Clubs in München anmieten und dort Info-Abende veranstalten“, erklärt Wolfrum den Plan. Info-Abende? „Ja, beispielsweise zum Thema Keltische Bräuche.“ Ah, klingt ganz nach Halloween. Wie die tz erfuhr, werden unter anderem das P1, die Nachtgalerie, die Milchbar und der Ground Club als Veranstaltungsorte dienen.

Die sogenannten Info-Abende ermöglichen es den Gastronomen natürlich, aus den Events geschlossene Gesellschaften zu machen – ähnlich wie die Raucherclubs es sind. Bedeutet: Es gibt keinen Eintritt – dafür aber einen Mitgliedsbeitrag. Wolfrum: „Und natürlich können alle Gäste vor Ort gleich Mitglied werden.“ Und da das Tanzverbot nur für öffentliche Veranstaltungen gilt, kann also bis über 24 Uhr hinaus gefeiert werden. Tief in Allerheiligen hinein. „Damit wollen wir niemanden verärgern. Es sind ja am Samstag auch Bayern-Fans unterwegs, singend und grölend, weil in der Allianz-Arena gespielt wird. Das ist ja auch nicht verboten.“

Alle Jahre wieder gibt es Ärger um den Totentag, um Halloween und Tanzveranstaltungen. Im vergangenen Jahr gab es noch Ausnahmeregeln für rund 100 Partys, die trotz der Ruhe-Regel von 0 Uhr ab stattfinden durften. Heuer aber besteht die Staatsregierung darauf, dass sich alle dranhalten müssen. Daher der Trick der Gastronomen. Beim Kreisverwaltungsreferat – der ausführenden Behörde – deutete man schon an, dass es in der Nacht vom 31. auf den 1. November keine „Schwerpunktkontrollen“ geben werde. Man habe eigentlich gehofft, dass „die alte Regel“ mit Ausnahmen bis 3 Uhr wieder gelte. Das wäre allen gerecht geworden.

Armin Geier

Quelle: tz

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