Allianz plant Konferenz-Bunker

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Hier könnte der unterirdische Bau etwa entstehen: Die Allianz plant ein riesiges Konferenzzentrum unter ihrem Grundstück direkt am Englischen Garten.

München - Der Sitz der Allianz in der Schwabinger Königinstraße direkt am Englischen Garten platzt aus allen Nähten. Deshalb gibt es jetzt hochtrabende Pläne.

In dem denkmalgeschützten 50er-Jahre-Bau des Architekten Josef Wiedmann residiert ja ein Weltkonzern. Darum suchen die Versicherer ständig nach Platz. Jetzt denken sie unterirdisch: Die Allianz plant ein riesiges Konferenzzentrum am Englischen Garten – unter der Erde!

Der Bezirksausschuss ist empört; nicht zuletzt, weil beim Bau etliche Bäume verschwinden müssten. Die Versicherung hat bei der Stadt eine Bauvoranfrage eingereicht, bestätigt eine Sprecherin. Das Projekt stecke in einer „Baby-Phase“, es gebe keinen Vorstandsbeschluss. Zunächst solle sich die Stadt grundsätzlich zu rechtlichen Fragen äußern.

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Die Maße erscheinen wuchtig: Laut Planungsreferat und Bezirksausschuss Schwabing-Freimann soll sich der Bau auf 41 mal 27 Metern erstrecken. Das entspräche rund fünf Tennisplätzen. Möglicherweise sollen sogar mehrere unterirdische Geschosse entstehen. Die bei der Stadt eingereichte Skizze sieht die längere Seite des Konferenzbunkers entlang der Königinstraße vor – auf dem Allianz-Grundstück, das mit seinen Bäumen direkt in den Park übergeht. Darum ärgern die Pläne den örtlichen Bezirksausschuss.

„Der Englische Garten ist ein Gesamtkunstwerk, bei dem an allen Rändern genagt wird“, sagt der Vorsitzende Werner Lederer-Piloty (SPD), selbst Architekt. Das Vorhaben sehe er „äußerst kritisch“, weil das Grundstück zu 100 Prozent unterbaut würde und etwa ein halbes Dutzend „großkalibriger Bäume“ fallen müssten. Mindestens genau so viele könnten zusätzlich für Bauarbeiten und Zufahrt verschwinden. Der Bezirksausschuss lehnt das Vorhaben ab, die Stadt prüft den Fall.

DAC

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