Endlich Entlastung

Pflegeheim Münchenstift: Hilfe für Fachkräfte

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Münchenstift-Chef Siegfried Benker erklärt Bewohnerin Lisa Kolberg das neue Konzept. Die Präsenzkräfte kann sie an grünen Hemden erkennen.

München - In Münchner Pflegeheimen herrscht eklatanter Fachkräftemangel. Die größte Pflegeeinrichtung der Stadt, das Münchenstift, behilft sich nun mit 50 Präsenzkräften und schafft so Entlastung.

Der Personalnotstand beschäftigt unsere Alten- und Pflegeheime. Sie suchen händeringend Fachkräfte, um die gesetzlichen Quoten zu erfüllen. Eine schwierige Aufgabe! „Ohne Zuwanderung könnten wir die Pflege nicht mehr aufrecht erhalten“, sagt Münchenstift-Chef Siegfried Benker am Mittwoch im tz-Interview.

Jetzt gibt es gute Nachrichten bei Münchens größter Pflegeinrichtung! „Wir können ab Juni 50 neue Kräfte einstellen“, sagt Benker. Es sind keine Pfleger, sondern Präsenzkräfte. Sie sollen als Ansprechpartner in den Wohnbereichen zur Verfügung stehen und mit den Bewohnern malen, kochen, backen und ratschen.

Neue Mitarbeiter werden als "sonstige Dienste", nicht als Fachkräfte geführt

Hintergrund: Die Landespflegesatzkommission hatte Ende 2013 eine Verbesserung des Personalschlüssels für die vollstationären Pflegeeinrichtungen beschlossen. Dadurch kann nach Ablauf der bestehenden Vergütungsvereinbarungen nun mehr Personal in der Pflege eingesetzt werden. Die neuen Mitarbeiter werden offiziell aber nicht als Fachkräfte geführt, sondern als „sonstige Dienste“ – und deshalb auch nicht auf den Pflegeschlüssel angerechnet. „Das ebnet uns den Weg für diesen völlig neuen Dienst“, sagt Benker. Seine neue Kräfte werden apfelgrüne Kleidung tragen und sich so auch optisch vom Fachpflegepersonal unterscheiden. „Ich verstehe sie als Alltagsbegleiter“, sagt Benker. Er will sie dort einsetzen, wo sie „ein Mehr an Lebensqualität für unsere Bewohner und Bewohnerinnen schaffen“: In den Wohngruppenküchen, „wo bisher ein Betreuungsangebot nicht über den ganzen Tag angeboten werden konnte“, sagt Benker.

Fachkräfte sollen entlastet werden und sich auf Pflege konzentrieren

Die Präsenzkräfte sollen ab Juni auch Essen austeilen, mit den Bewohnern im Garten spazieren oder ihnen vorlesen. „Dadurch entlasten sie die Fachkräfte deutlich, die sich so auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren können: die Pflege.“

Durch das vergrößerte Personal werden sich die Kosten für die Hausbewohner um durchschnittlich 180 Euro pro Monat erhöhen. „Wir sind zuversichtlich, dass die konkreten Verbesserungen auf Zustimmungen stoßen.“

Andreas Thieme

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