Altenpfleger (25) quält Senioren: Berufsverbot!

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Der Altenpfleger (25) vor Gericht

München - Er sollte die hilfsbedürftigen Senioren pflegen - stattdessen quälte er sie! Jetzt ist der 25-Jährige verurteilt worden. Die Vorwürfe gegen den Altenpfleger sind erschreckend.

Er hat hilfsbedürftige Senioren geschlagen, beschimpft und gequält. Deshalb wurde ein Altenpfleger am Dienstag vom Amtsgericht wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen zu einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Und: In seinem Beruf darf der 25-Jährige die nächsten fünf Jahre nicht arbeiten.

„Die Vorwürfe sind Schwachsinn“, hatte der Angeklagte gesagt, es handle sich um ein Komplott gegen ihn; sein Verteidiger forderte Freispruch. Doch das Gericht folgte den Zeugen, die jene schlimmen Szenen, die sich vor ihren Augen abgespielt haben, recht glaubhaft schildern.

So fütterte der Altenpfleger im Frühjahr 2010 eine damals 95 Jahre alte Palliativ-Patientin gewaltsam. Einem 64-jährigen Parkinson-Kranken, der nicht aufstehen wollte, verdrehte der Altenpfleger mit den Fingern die Brustwarzen. Einer seit einem Schlaganfall halbseitig gelähmten Frau fasste er mit den Worten „deine Quarktaschen“ an die Brüste.

„Er war nett zu den Bewohnern, die noch fit waren, zu den anderen nicht“, berichtet eine Pflegeschülerin. Die Hilfebedürftigen habe der Angeklagte als „Vieh“ bezeichnet.

Andere Kollegen verteidigten den Angeklagten: „Er hat immer viele Späße gemacht, war sehr hippelig und nervös“, sagt ein Kollege. Manchmal sei dies grenzwertig gewesen. Niemals aber sei der Angeklagte in seinem Beisein so weit gegangen, dass er habe eingreifen müssen. Und ein anderer Kollege sagte, viele Kolleginnen seien mit der Art des Angeklagten nicht zurecht gekommen. „Die wollten ihn loswerden und haben ihn auf diese Weise aus dem Haus gejagt.“

Beistand erhielt der Angeklagte auch von seiner Vorgesetzten: Der Pfleger sei fachlich sehr professionell gewesen, besser als viele langjährige Mitarbeiter. Die seien vielleicht eifersüchtig gewesen auf den Angeklagten.

Das Gericht jedoch ist sich sicher: „Die Vorwürfe und Verhaltensweisen sind nicht aus der Luft gegriffen“, sagte die Vorsitzende Richterin Karin Jung. „Sie sind eine gute Fachkraft, aber sie haben offensichtlich nicht die Geduld, die man braucht, um in diesem Beruf zu arbeiten, und haben Ihren Launen freien Lauf gelassen.“

BL.

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