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Altfälle: Die größten Erfolge der Münchner Mordkommission

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Den Mördern Burghard H. (l.) und Bernd K. wurde erst nach vielen Jahren der Prozess gemacht 

München - Seit dem Jahr 2002 widmen sich die Beamten der Münchner Mordkommission regelmäßig den sogenannten Altfällen. Wir zeigen die spektakulärsten Erfolge der Münchner Mordkommission.

Altfälle sind ungeklärte Mordfälle, die nach allen Regeln der Kunst und des technischen Fortschritts bei DNA-Analyse und dem Abgleich von gespeicherten Finger-, Hand- und Fußspuren im AFIS-System neu aufgearbeitet werden.

Lesen Sie dazu:

Nach 25 Jahren: Mord an Verkäuferin geklärt

Die alten Fälle reichen mittlerweile bis ins Jahr 1966 zurück. Es handelt sich um derzeit insgesamt 110 ungeklärte Morde sowie Gewaltdelikte, die noch nicht verjährt sind. Das Verbrechen an Kornelia S. war der 20. Mordfall, der in den letzten Jahren geklärt wurde.

Die spektakulärsten Erfolge der Münchner Mordkommission und der Wissenschaftler und Ärzte in der Rechtsmedizin und den Kriminallaboren des LKA:

Sie schlugen Wirtin den Schädel ein

Seine Frau und seine Kinder hatten keine Ahnung von seinem düsteren Vorleben: Wilhelm Sch. (44) wurde im November 2004 zu 14 Jahren Knast verurteilt, weil er 22 Jahre zuvor die 76-jährige Wirtin Rosalie Knauer umgebracht hatte. Sein Komplize Harald St. (43) bekam zwölf Jahre. Zusammen waren sie in der Nacht zum 12. April 1982 in der Sendlinger Kidlerstraße ins Fremdenheim Knauer eingestiegen. Die resolute Chefin erwischte die beiden, da schlugen sie ihr mit einer Latte den Schädel ein, durchsuchten die Pension und verschwanden mit 10 000 Mark. Einzige Spur war ein schlechter Fingerabdruck auf einer Schmuckschatulle, den die Polizei 2004 neu auswerten konnte.

Gerechtigkeit nach 32 Jahren

Manchmal lässt sich die Gerechtig- keit Zeit. In diesem Fall 32 Jahre: Ein alter Fingerabdruck auf einem Holzpfahl wurde im Oktober 2003 dem Berufsverbrecher Burghard H. (48) zum Verhängnis. Mit diesem Pfahl wurde an einem eisigen Winterabend im Januar 1973 der Münchner Astronom und Saxofonist der Hugo-Strasser-Band, Rolf Prinz (47), am Perlacher Friedhof von drei Jugendlichen totgeprügelt. Nur ein Bub wurde gefasst. Aber die Polizei archivierte einen nicht identifizierbaren Fingerabdruck. So konnte auch dieser alte Fingerabdruck letztlich zugeordnet werden. Täter Burghard H. war zur Tatzeit erst 16 alt . Die „traurige Sache von damals“ (Zitat) räumte er unumwunden ein. Er kam nach Jugendrecht mit sechseinhalb Jahren Haft davon. Rolf Prinz’ Familie leidet noch heute.

Eine Domina, ein Toter & kein Täter

Wie lebt man 17 Jahre mit dieser Schuld? Burkhard P. (51) erschoss 1987 den reichen und skrupellosen Nachtcafé-Chef Dr. Peter Busch (39) am S-Bahnhof Johanneskirchen in dessen Mercedes – aus Eifersucht. Es ging um Maria, eine schöne Domina. P. liebte sie abgöttisch, doch Maria fühlte sich mehr zum verheirateten Busch hingezogen. Drei Monate nach dessen Tod heiratete sie ahnungslos seinen Mörder P. Die Ehe scheiterte. 2004 entlarvte ihn sein Handballenabdruck, der 1987 gesichert worden war. P. wurde zu elfeinhalb Jahren verurteilt.

Der Tod der schönen Valeska

Die Schwabinger Antiquitätenhändlerin Ursula „Valeska“ Klingmann (40) hatte ihre ganze Erbschaft dem Schweizer Bankdirektor Emil S. anvertraut. Der jedoch lebte weit über seine Verhältnisse und veruntreute Valeskas Geld. Als die schöne Schwabingerin im August 1985 erstochen im Schlafzimmer gefunden wurde, fiel der Verdacht schnell auf den smarten Banker. Mit Hilfe der DNA-Analyse konnte ihm die Mordkommission erst im April dieses Jahres nachweisen, dass er sehr wohl eine enge und auch sexuelle Beziehung zu Valeska hatte. Der Haftbefehl konnte nicht mehr vollzogen werden. Emil S. starb im April mit 68 an Magenkrebs.

Fingerabdruck auf Bierglas

In der Küche des Hofbräuhauses holte den 39-jährigen Hilfskoch Mario P. am 16. Oktober 2003 die Vergangenheit ein. Ein Fingerabdruck auf einem Bierglas hatte den Sohn eines italienischen Weingutbesitzers 16 Jahre nach der Tat entlarvt. Die Spur stammte aus der Wohnung des Malers Alfred Rehm (46). Er hatte Mario P. im Februar 1987 in seine Wohnung auf der Theresienhöhe eingeladen. Der Maler wollte Liebe, doch P. sein Geld. Am Ende lag Rehm mit zertrümmertem Schädel und 30 Bauchstichen tot im Bad. P. sitzt seit 2004 eine lebenslange Haftstrafe ab.

Nagelschnipsel überführen ihn

Im Jahr 2004 – 21 Jahre nach dem Mord an der 18-jährigen Schülerin Hella Ohr – wurde der Mörder Bernd K. identifiziert. Die DNA-Detektive am Münchner Institut für Rechtsmedizin, konnten den damals 42-jährigen Mörder anhand von DNA-Spuren identifizieren. Er hatte 1984 eine andere junge Frau, die 22-jährige US-Tourstin Angela B. vergewaltigt und niedergestochen. Die Kripo konnte ihm damals jedoch den Mord an Hella Ohr nicht nachweisen. 2002 musste er eine Speichelprobe abgeben. Durch Fingernagelschnipsel konnten ihn die Mediziner mit Hilfe der DNA-Analyse als Mörder von Hella Ohr identifizieren.

dop.

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