Klares Signal der Münchner

20.000 Demonstranten gegen 1500 Bagida-Anhänger!

München - Ausnahmezustand in der Innenstadt: Der erste Marsch des Münchner Pegida-Ablegers Bagida zog am Montagabend rund 20.000 Gegendemonstranten ans Sendlinger Tor.

Während es den Islamhassern und Rechtsextremisten laut Polizei gelang, 1500 Anhänger zu mobilisieren, zeigten die Münchner schon zum dritten Mal in Folge, was sie von Pegida & Co. halten: Die Bürger setzten ein deutliches Zeichen gegen die Islam-Hasser, in deren Reihen auch bekannte Mitglieder der Neonazi-Szene mitmarschierten.

Ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Antifa-Gruppen hatte zu der Kundgebung: „Platz da! Für ein buntes & weltoffenes München!“ aufgerufen – initiiert von den Machern des Flüchtlingsprojektes Bellevue Di Moncao rund um Kleinkunstkönig Till Hofmann.

Vor dem hell erleuchteten Sendlinger Tor war schon eine halbe Stunde vor der Eröffnung der Kundgebung (durch Münchens Grünen-Urgestein Sigi Benker) kein Platz mehr frei. Ein Meer von Menschen, ein Meer von Fahnen. SPD, Grüne, Piraten, Gewerkschaften und Regenbogenfahnen (mit „Pace“-Aufschrift oder ohne als Fahne der Schwulenbewegung). Schwarze, Weiße, Frauen mit Kopftüchern, Jung und Alt – ein Querschnitt durch das Münchner Bürgertum. Das radikale linke Spektrum ist Nebensache.

Ticker zum Nachlesen: Demo vorbei - sechs Festnahmen

München ist bunt: Ein eindrucksvolles Zeichen gab es am Montagabend am Sendlinger Tor.

Als die Well-Brüder (Ex-Biermösl-Blosn) im Gedenken an die Toten des Charlie-Hebdo-Anschlags die französische Nationalhymne anstimmen, halten Dutzende Menschen schwarze Schilder mit der Aufschrift“: „Je suis Charlie“ hoch. Sie demonstrieren ihre Solidarität mit den Opfern von Paris – und kommen den Bagida-Anhängern auf der anderen Seite des Sendlinger Tores zuvor, die das abscheuliche Verbrechen für ihren Hass gegen den Islam missbrauchen.

Dort startet um 19 Uhr deren Marsch unter einem gellenden Pfeifkonzert der Gegendemonstranten. Alt-OB Christian Ude (67, SPD) beobachtet das Geschehen an der Sonnenstraße. Er ist völlig aus dem Häuschen vor Freude: „20.000 gegen 1500, das ist ein gewaltiges Signal!“ Das Ergebnis dieser München-Formel: null Chance für Fremdenhass!

20.000 Menschen demonstrieren gegen Bagida und Muegida

20.000 Menschen demonstrieren gegen Bagida und Muegida

Rund 800 Polizisten müssen gewährleisten, dass die Bagida-Marschierer zum Sendlinger Tor gehen können – auch für gilt das Demonstrationsrecht. Reporter werden als „Lügner“ beschimpft. Ein Journalist aus Kanada hat Block und Kamera zur Hand – er berichtet für das Magazin L’Esprit libre: „So viele Leute gegen Pegida, großartig!“, notiert er.

Bei der Mini-Demo der Bagida-Konkurrenz Muegida in Haidhausen trafen 25 Islamfeinde auf rund 150 Gegendemonstranten.

Johannes Welte

Rubriklistenbild: © Haag

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