Händler fordern Krisengespräch

Ärger über die Bayern-Party: Der grantige Rest vom Fest

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Die rot-weiße Party am Samstagabend sorgte bei vielen Händlern für schlechte Laune.

Rot-weiß-heiter war es am Samstag nicht überall am Marienplatz, während der FC Bayern seine fünfte Meisterschaft in Folge feierte. Rundherum sind Händler und Wirte verärgert.

München - Schon im Vorfeld verstanden sie nicht, warum die Meisterschaftsfeier an einem Samstag stattfinden muss. Nun sind Händler und Wirte sauer, auf den FC Bayern und auf die Stadt. Es kam wie vorhergesehen: Bis zu 90 Prozent Umsatzrückgang! FCB-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge warb für Verständnis: Der Verein locke ja den Rest des Jahres viele Kunden in die Stadt. Wolfgang Fischer von CityPartner hat nun Gesprächsbedarf mit Stadt, Polizei und KVR. „100 Prozent Unverständnis“, sagt er. Die tz hat mit den Geschäftsleuten gesprochen. 

Wir sind doppelt betroffen

„Klar, FC Bayern und Marienplatz – das gehört zusammen. Wir sind aber doppelt betroffen. Hätte der FCB am Sonntag gefeiert, hätten wir sogar davon profitiert und alle Kollegen – uns eingeschlossen – hätten keine Umsatzeinbußen. Aus Erfahrung wissen wir, dass eine Sonntags-Feier für mehr Gäste bei uns sorgt.“ Steffen Tyra- Schwingenstein, Betriebsleiter, Florian Reindl, Junior-Chef im Donisl

Video: Ancelotti bittet Anastacia zum Tanz - wilde Bayern-Party

Alles beim Alten

Ich bin wahrscheinlich einer der wenigen, bei denen sich kaum etwas ändert, wenn der FC Bayern am Samstag feiert. Für mich kein Nachteil, im Gegenteil. Weil mein Lokal in einer Seitengasse in der Thiereckstraße liegt, hat die FCB-Feier Leute in mein Lokal gespült. Von den Kollegen in der Nähe höre ich aber schon, dass es sonntags besser wäre. Deniz Serengül, 28, Pausenhof am Dom

Kunden meiden den Marienplatz

Wir machen etwa 50 Prozent weniger Umsatz, wenn der FC Bayern hier an einem Verkaufstag wie dem Samstag feiert. Meine Kunden erzählen mir schon vorher, dass sie den Marienplatz und den Stress meiden, wenn hier solche Feiern stattfinden. Schon am morgen werden Taschen kontrolliert – für eine Feier spät abends!! Franz Klug, 61, Buchhandlung Lentner

Fast kein Kunde!

Seit heute morgen bin ich schon eingesperrt hinter den Absperrungen vor dem Neuen Rathaus. In mein Café verirrt sich kein einziger Tourist und kein einziger Kunde. Ich könnte eigentlich gleich wieder schließen. Das ist doch ein Unding! Bei mir können heute nur die Ordner und die Sanitäter einkaufen. Ich nehme fast kein Geld ein. Aber die Pacht muss ich ja trotzdem zahlen. Keiner hat mich gefragt, ob ich das alles so will. Funktioniert so die Demokratie? Inge Renner, betreibt das Café Burkhof

Bilder: Bayern feiern mit tausenden Fans - Abschied von Lahm

Sonntagsfeier wäre ideal

Es ist immer schwierig für Geschäftsleute, wenn am Marienplatz große Feiern stattfinden. Aber wir können nur vor uns hinmurren und müssen mit dem halben Umsatz leben. Ich verstehe es, dass die Fans vor dem Balkon ihr Team feiern. Das sieht ja auch wunderschön aus. Aber warum nicht am Sonntag? Ist denn alles erlaubt, wenn es um Fußball geht? Sonja Boy, 61, Mode Strauss

INC

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