Star-Koch will „alle Vorwürfe entkräften“

Durchsuchung am Platzl: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Alfons Schuhbeck 

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Alfons Schuhbeck.

Alfons Schuhbeck ist ins Visier der Steuerfahndung geraten. Die Staatsanwaltschaft durchsuchte nun seine Geschäftsräume am Platzl.

München - Diese Nachricht schmeckt ihm gar nicht! Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Alfons Schuhbeck (70) – wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ist der Star-Koch ins Visier der Behörden geraten.

Oberstaatsanwältin Anne Leiding, Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I: „Ich kann bestätigen, dass wir die Geschäftsräume von Alfons Schuhbeck durchsucht haben.“ Nach tz-Informationen waren die Ermittler bereits am Dienstag-Vormittag am Platzl unterwegs und verschafften sich mit mehreren Mitarbeitern einen Überblick über alle steuerrelevanten Unterlagen von Alfons Schuhbeck. Durchsucht wurden mehrere Räumlichkeiten des Star-Kochs, die zu seinem weitreichenden Firmengeflecht gehören. In etlichen Geschäften herrschte Ausnahmezustand, zum Ärger und Erstaunen vieler Kunden und Schuhbeck-Fans. Den Anlass der Durchsuchungen wollte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf Nachfrage nicht mitteilen. Das hat den Hintergrund, dass die Behörde sich sonst wegen des Steuergeheimnisses selbst strafbar machen würde.

Schuhbeck: “Werde eng mit Behörden zusammenarbeiten“

Am Platzl, im Herzen der Stadt, ist Alfons Schuhbeck der König. Hier betreibt er fünf Restaurants und Bars: die Südtiroler Stuben, Schuhbecks Orlando, die Orlando Bar und Lounge, die Orlando Sportsbar sowie das Fine-Dining-Restaurant Alfons. Rund 250 Mitarbeiter beschäftigt Schuhbeck nach eigenen Angaben. Zu seinem Firmen-Imperium am Platzl gehören außerdem noch der beliebte, mehrstöckige Gewürzladen, seine Eisdiele, ein Tee- und Schokoladengeschäft, eine Kochschule und ein Müsliladen.

Die Durchsuchung seiner Geschäftsräume hat Alfons Schuhbeck am Mittwoch selbst öffentlich gemacht und spricht in diesem Zusammenhang von einem Steuerstrafverfahren, das die Staatsanwaltschaft München I gegen ihn führt. Wörtlich sagt Schuhbeck in einem vorgefassten Statement:

„Ich werde sehr eng und sehr offen mit den Behörden zusammenarbeiten, um alle Vorwürfe zu entkräften.“ Demnach steht Schuhbeck den Ermittlungen selbstbewusst gegenüber. Diese beträfen „ausschließlich die Münchner Gastronomie-Betriebe am Platzl, nicht die sonstigen Unternehmen von Schuhbeck, wie Ladengeschäfte, Party-Service oder die diversen Schuhbeck-Marken“.

1994 wurde Schuhbeck bereits verurteilt

Für den Star-Koch gilt aktuell die Unschuldsvermutung: Längst nicht jede Ermittlung in Steuerstrafverfahren führt zu einer Anklage oder gar Verurteilung. Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, langt der Staat dagegen knüppelhart hin. Gerade in Bayern werden Steuersünder besonders hart bestraft, das hatte nicht zuletzt Schuhbecks Freund Uli Hoeneß (67) erfahren: Im Jahr 2014 verurteilte ihn das Landgericht München II zu dreieinhalb Jahren Haft, weil der Bayern-Boss 28,5 Millionen Euro hinterzogen hatte. Zurückzahlen musste Hoeneß sogar insgesamt 43 Millionen Euro – die Differenz ergab sich aus Zinsen und Gebühren.

Auch Schuhbeck könnte im schlimmsten Fall eine Haftstrafe drohen. Bereits im Jahr 1994 wurde er wegen Steuerhinterziehung und Untreue verurteilt: Im Zusammenhang mit dem Verkauf von Kapitalanlagen kassierte der Star-Koch damals ein Jahr auf Bewährung und musste 250.000 Mark Geldstrafe zahlen. Sollte sich die Summe von bis zu einer Million Euro im aktuellen Fall bestätigen, ginge der Prozess diesmal womöglich nicht so glimpflich für Alfons Schuhbeck aus. Persönlich war er am Mittwoch nicht zu erreichen.

Andreas Thieme

Der Tod von Varieté-Star Alla Klyshta schockiert die Münchner Künstlerszene. Sie tanzte auch in Schuhbecks Teatro. Wie bekannt wurde, stand ihr der mutmaßliche Mörder einst sehr nahe.

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