Der Kampf um Gestaltung

Alte Akademie: Investor will Arkaden schließen

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Die Signa Holding will die Arkaden des ehemaligen Hettlage drastisch verkleinern.

Was geschieht mit der Alten Akademie an der Neuhauser Straße? Geht es nach dem Investor, sollen die Arkaden drastisch schrumpfen beziehungsweise komplett geschlossen werden.

München - Die neuen Besitzer der Alten Akademie wollen die Arkaden des ehemaligen Hettlage drastisch verkleinern. Bei einer Podiumsdiskussion der Akademie der Bildenden Künste am Dienstagabend in der Residenz gab es für diese Pläne allerdings heftigen Gegenwind.

Mehr Fläche - die Arkaden sollen schrumpfen

Die Signa Holding des Tiroler Bau- und Handelsmultis René Benko hatte das ehemalige Jesuitenkloster 2013 in Erbpacht für 65 Jahre vom Freistaat erworben. Die Investoren wollen die Arkaden des ehemaligen Hettlage-Hauses zugunsten der Verkaufsfläche von jetzt 7,5 Metern auf 3,45 Meter Tiefe schrumpfen. An der Kapellenstraße sollen die Arkaden ebenso wie die beiden Durchgänge zum Richard-Strauß-Brunnen hin ganz aufgelöst, die Bögen mit Schaufenstern geschlossen werden.Im Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs wollte das Basler Büro Morger die historische Renaissance-Fassade mit dem Prachttor in der Mitte wiederherstellen. Davon ist heute nicht mehr die Rede. 

Die Vorstellung der Signa: Drei Bögen an der Ostfassade.

Für die jetzige Passage hat die Stadt allerdings ein Wegerecht. Signa bietet darum an, dass es einen Durchgang von der Neuhauser Straße durch das ehemalige Landesamt für Statistik zur Maxburgstraße geben soll. Dafür muss auch der im Norden des Komplexes gelegene Klosterhof durchquert werden, der dem Freistaat gehört

Ein Entwurf der Signa Holding für die neuen Arkaden.

„Etwas mehr Stadt und etwas weniger Signa“

Stadtbaurätin Elisabeth Merk verteidigt die Arkaden. Der Hettlage-Bau sei „prototypisch für den Wiederaufbau“ in München gewesen, der Bau von Josef Wiedemann sei von „außergewöhnlicher Qualität“. Sie appellierte an die Signa Holding: „Etwas mehr Stadt und etwas weniger Signa würde gut tun.“

Andreas Meck, Dekan der Fakultät für Architektur an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften München, hält die Arkaden als „öffentlichen Raum für Kommunikation“ für erhaltenswert. Generalkonservator Prof. Mathias Pfeil, Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege, wiederum erklärte: Die Tiefe der Arkaden war nie ein Thema.“

Auch diese Durchgänge sollen in Schaufenster verwandelt werden. 

Auch Signa-Vorstand Christoph Stadlhuber verstand die Kritik nicht: „Wir geben der Bevölkerung nach über 400 Jahren 1000 Quadratmeter Innenhof zurück.“ Kritik, dass Signa zu sehr auf Gewinnoptimierung aus sei, konterte Stadlhuber damit, dass das Investment auch mit einem enormen Risiko verbunden sei. Die Architektin Meike Gerchow, Mitglied im Landesdenkmalrat und Sprecherin des Denkmalnetzes Bayern, redete ihm ins Gewissen: „Die Erhaltung eines Baudenkmals muss für den Besitzer zumutbar sein. Das kann auch bedeuten, dass am Ende eine schwarze Null herauskommt.“

Lesen Sie auch zum Thema: Ein Investor mischt die Innenstadt auf - Rene Benkos Einkaufsimperium wächst. Außerdem die große Jahresvorschau: Das bringt 2017 für die Münchner Altstadt.

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