Das bringt das neue Jahr im Stadtbezirk

Altstadt-Lehel 2017: Die Innenstadt soll autofreier werden

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Flanieren ohne Autos: Der Stadtrat entscheidet im Sommer 2017, ob die Sendlinger Straße dauerhaft zur Fußgängerzone wird . 

München - Wird auf der gesamten Länge der Sendlinger Straße dauerhaft eine Fußgängerzone eingeführt? Das ist eine der zentralen Entscheidungen, die 2017 im Bezirk Altstadt-Lehel anstehen. Im Februar beginnt der Neubau der Tiefgarage unter dem Thomas-Wimmer-Ring. 2017 könnte auch der Umbau der Alten Akademie in der Fußgängerzone starten.

Kaum eine Geschäftszeile hat in den vergangenen zehn Jahren ihr Gesicht so verändert wie die Sendlinger Straße. Rund drei Viertel der Läden wechselten in diesem Zeitraum den Besitzer. Viele kleine Einzelhändler mussten großen Filialen weichen – so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Ob die Einkaufsmeile an Charme eingebüßt hat, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. 

Die drängendste Frage ist ohnehin eine andere: Wird die Sendlinger Straße dauerhaft zur Fußgängerzone? Dies wird der Stadtrat im Sommer 2017 entscheiden, wenn der einjährige Probeversuch vorüber ist. Während der vergangenen Monate und Anfang 2017 wurden und werden von der Stadt alle relevanten Nutzergruppen befragt: Passanten, Anwohner, Gewerbetreibende, Ärzte. Einen Überblick über die Ergebnisse der Untersuchungen gibt es bei einer öffentlichen Veranstaltung am 23. Februar. Sollte sich der Stadtrat für eine dauerhafte Fußgängerzone entscheiden, würden entsprechende Umbauten wie die Absenkung der Bordsteine vorgenommen werden.

Es geht los: Tiefgarage am Thomas-Wimmer-Ring

Eine Großbaumaßnahme steht am Thomas-Wimmer-Ring bevor. Anfang 2017 erfolgt der erste Spatenstich für die dreistöckige Tiefgarage. 520 Stellplätze sind vorgesehen, Einweihung soll im Sommer 2019 sein. 

Die neue Tiefgarage ersetzt das Fina-Parkhaus an der Hildegardstraße, das dann abgerissen werden soll. So wird der Weg für eine Umgestaltung in der Altstadt frei: An dieser Stelle soll stattdessen Platz für Einzelhandel, Gastronomie, Kultur und Wohnen geschaffen und der Autoverkehr verbannt werden. Während der Baumaßnahme wird die Zahl der Fahrspuren auf dem Thomas-Wimmer-Ring von sechs auf vier reduziert. Das Planungsreferat will während der Bauphase der Tiefgarage Erkenntnisse sammeln, ob der Verkehr auch mit vier Fahrspuren fließt und dies zu einer Dauerlösung werden könnte oder ob es zu Beeinträchtigungen kommt. Die CSU-Stadtratsfraktion kündigt schon jetzt heftigen Widerstand gegen einen möglichen Rückbau an, weil man einen Dauerstau befürchtet. OB Dieter Reiter (SPD) ist ebenfalls skeptisch. Das Planungsreferat stellt außerdem Überlegungen zur Verschönerung des Isartorplatzes an.

Das Hugendubel-Haus wird fertig

Im Sommer 2017 wird die Renovierung des Hugendubel-Gebäudes am Marienplatz abgeschlossen. Die Traditions-Buchhandlung wird eine kleinere Fläche in dem von der Bayerischen Hausbau kernsanierten Gebäude beziehen. Der Eingang befindet sich dann gegenüber dem Alten Peter. Die neue Hugendubel- Filiale wird von 3600 auf 1200 Quadratmeter verkleinert. Hauptmieter ist künftig die Deutsche Telekom mit einem Flagship Store. Der dritte Stock ist als Büro- und Verwaltungsgebäude für Hugendubel und die Telekom geplant, der vierte Stock gehört ab 2017 dem Presseclub und die beiden obersten Etagen sind für das neue Luxushotel „Beyond by Geisel“ reserviert.

Was bleibt: Radl raus am Marienplatz

Nach Ende der Baumaßnahme am Hugendubel-Gebäude soll die provisorische Fußgängerzone zwischen Rindermarkt und Dienerstraße zur Dauereinrichtung werden. Die Durchfahrt ist nicht nur für Busse, Taxis und Rikschas verboten, sondern auch Radfahrer müssen einen Umweg beim Durchqueren der Altstadt in Kauf nehmen. Auch am Max-Joseph-Platzist eine Fußgängerzone geplant, selbst Opernbusse sollen ausgesperrt bleiben.

Umbau der Alten Akademie

Beim Umbau der Alten Akademie an der Kaufingerstraße ist 2017 mit ersten Vorarbeiten zu rechnen. Die Firmengruppe Signa um den österreichischen Milliardär René Benko plant im Hettlage-Gebäude ein neues Einkaufszentrum, Gastronomie und Wohnungen. Bei dem Umbau des historischen Ensembles in der Fußgängerzone spielen Fragen des Denkmalschutzes eine große Rolle.

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