Viktualienmarkt

Standlbetreiber verklagt lästige Tierschützer - mit ungewöhnlichem Ausgang

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Am Viktualienmarkt gibt es zahlreiche Köstlichkeiten.

Eine Tierschutzorganisation protestiert vor einem Geflügelstand am Viktualienmarkt, der Besitzer klagt. Am Ende sind beide Parteien zufrieden mit dem Ergebnis.

München - Ein Standlbesitzer am Viktualienmarkt und die Tierschutzorganisation Soko Tierschutz sind sich am Donnerstag vor Gericht gegenüber gestanden und am Ende dürfen sich wohl beide als Gewinner fühlen. Der Standlbesitzer, weil ihn die Tierschützer künftig in Ruhe lassen und die Tierschützer um den Vorsitzenden Friedrich Mülln, weil sie im Kampf gegen Tierquälerei einen Sieg errungen haben.

Doch worum geht es eigentlich? Im Februar und März 2017 protestierten die Tierschützer in unmittelbarer Nähe des Geflügelstands gegen den Verkauf von Stopfleber und die irreführende Bezeichnung von Boden- und Freilandhaltung, wie die Abendzeitung berichtet. Davon fühlte sich der Standbesitzer belästigt und zu Unrecht verleumdet, denn er verkaufe „seit 2016 keine Stopfleber mehr“. 

Nachdem die Proteste nicht aufhörten, klagte der Standbesitzer. Als „auf Lügen der Tierausbeuter aufgebaute Klage“ bezeichnet die Soko Tierschutz auf ihrer Facebook-Seite das Verfahren. Denn: Während den Protesten im vergangenen Jahr stand auf der Homepage des Geflügelstands noch, dass die Leber von gestopften Enten aus Frankreich angeboten werde.

Vergleich bringt die Einigung

„Ich habe diesen Satz in einem Untermenü der Homepage schlicht übersehen“, sagte der Standbesitzer. Erst im Sommer sei ihm das dann aufgefallen und er habe es geändert.

Da der Standbesitzer keine Stopfleber mehr verkauft und die Tierschützer damit ihr Ziel erreicht hätten, schlug Richterin Cornelia Berger-Ullrich einen Vergleich vor. Erfolgreich.

Tierschützer Friedrich Mülln ist Vorsitzender der Soko Tierschutz.

Tierschützer und Standbesitzer nahmen diesen an. Die Soko Tierschutz verzichtet künftig auf die Behauptung, der Stand verkaufe Stopfleber, sonst müssen sie 1000 Euro zahlen und der Standbesitzer verkauft künftig auch wirklich keine Stopfleber mehr. „Das verspreche ich“, sagte er.

Tierschützer zufrieden: „Prozess brachte Durchbruch“

Die Tierschützer sind zufrieden. „Der Prozess brachte heute den Durchbruch“ und „Die Firma verpflichtet sich nämlich, den Verkauf von Stopfleber für immer und auf jede Art und Weise einzustellen. Und das haben wir jetzt amtlich“ heißt es auf der Facebook-Seite.

Für die Soko Tierschutz ist es der zweite Erfolg gegen Tierquälerei innerhalb weniger Tage. Erst am Mittwoch verklagte die Organisation gemeinsam mit McDonald‘s einen Schlachthof in Baden-Württemberg, auf dem Mitarbeiter Rinder mit Elektroschocks malträtierten und trotz mangelnder Betäubung zum Ausbluten an den Haken hängten.

ses

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