Technik ist nicht einsetzbar

Darum gibt es keine Dauer-Blitzer für den Altstadtring-Tunnel

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7. Oktober 2016: Dieser Maserati schleuderte in einen entgegenkommenden Mini. Es gab einen Schwerverletzten.

Im Altstadtringtunnel wird es auch nach der Sanierung keine fest installierten Blitzer geben. Das hat die Stadt auf Anfrage bestätigt. Die Polizei will jedoch verstärkt mobile Tempokontrollen durchführen.

München - Viele Autofahrer betrachten den Tunnel am nordwestlichen Altstadtring offenbar als kleine Stadtautobahn. Jedenfalls rasen sie nach Beobachtungen der Polizei regelmäßig mit Geschwindigkeiten deutlich über den erlaubten 50 Stundenkilometern durch die Röhre. Immer wieder kommt es dabei zu gefährlichen Situationen und Unfällen. Und nicht immer gehen diese glimpflich aus. Zum Beispiel im vergangenen Oktober: Ein Fahrer verlor die Kontrolle über seinen Maserati, der in einen entgegenkommenden Mini katapultiert wurde. Zwei junge Menschen mussten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden, der Tunnel war stundenlang gesperrt.

BA forderte die stationären Blitzer

Weil sich solche Vorkommnisse häuften, forderte der Bezirksausschuss (BA) Maxvorstadt schon im vergangenen Jahr stationäre Blitzer im Altstadtringtunnel. Solche gibt es bereits in den Ringtunnels. Im Petueltunnel zum Beispiel wurde ebenfalls wegen Unfällen nachgerüstet, im jüngeren Richard-Strauss-Tunnel wurden gleich Kameras verbaut. Im Altstadtringtunnel wird es aber wohl keine Nachrüstung geben, wie die Stadt mitteilte. Denn um ständige Messgeräte aufzustellen, bräuchte es laut Kreisverwaltungsreferat (KVR) einen separaten Betriebsraum für die Technik. In dem 1972 fertiggestellten Tunnelbauwerk fehle dafür der Platz. Zudem würden die nötigen Leitungen die Sicherheit auf den Notgehwegen beeinträchtigen. Das bayerische Verkehrsministerium habe deshalb bereits 2015 festgelegt, dass eine stationäre Geschwindigkeitsmessanlage nicht in Frage komme.

Auch die bevorstehende Sanierung ändert nichts

Auch nach der im Februar beschlossenen sicherheitstechnischen Sanierung des Altstadtringtunnels – voraussichtlich von Sommer 2018 bis Mitte 2023 – soll sich also an der heutigen Situation nichts ändern. Fest installierte Blitzer seien von Anfang an nicht eingeplant worden, teilte das Baureferat auf Anfrage unserer Zeitung mit. Grund dafür sei, dass Polizei und Freistaat stationäre Messgeräte während des Planungsverfahrens nicht für notwendig befunden hätten.

Die Stadt verweist aber darauf, dass die Polizei seit vergangenem Oktober verstärkt mit mobilen Handlasermessgeräten die Geschwindigkeiten im Tunnel kontrolliert. Auf Anfrage erklärte die Polizei, seit Anfang 2017 in diesem Bereich 90 Fahrzeugführer beanstandet zu haben. Die meisten Raser wurden durch Videofahrzeuge der Verkehrspolizei gestellt. Laut Polizei ist vielen Fahrern offenbar nicht bewusst, dass auch im Tunnel nur das innerorts übliche Tempo 50 gilt. Seit Anfang März weisen deshalb, wie zuvor vom BA und der örtlichen Polizeiinspektion gefordert, beleuchtete Verkehrsschilder an den Tunnelzufahrten sowie im Tunnel auf die Geschwindigkeitsbegrenzung hin. Stadt und Polizei gehen davon aus, dass dadurch, verbunden mit den mobilen Kontrollen, die Sicherheit verbessert wird.

Philipp Nowotny

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