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Altes Trachtenhaus Wallach

Am „Diesel“-Store: Denkmalgeschützte Tür einfach ausgetauscht

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Regt sich über den Austausch der historischen Holztüre auf: Stadtführer Lorenz Loserth.

An der Residenzstraße 3 kauften die Münchner einst beim Trachtenhaus Wallach ein. „Diesel“ muss dort eine entfernte historische Tür wieder einsetzen.

Stadtführer Lorenz Loserth (34) traut seinen Augen nicht, als er am „Diesel“-Laden in der Residenzstraße 3 vorbeikommt. Die alte Holztür aus den 50er-Jahren – einfach getauscht gegen eine moderne Glastür. „Und das in einem denkmalgeschützten Haus“, sagt er. Hier befand sich mehr als hundert Jahre lang das „Haus für Volkskunst und Tracht“, 1900 gegründet von Julius und Moritz Wallach.

Die Brüder machten Trachten in München salonfähig – wurden aber von den Nazis wegen ihres jüdischen Glaubens verfolgt, das Geschäft zwangsarisiert. Nach dem Krieg leitete ein Geschäftsführer im Auftrag von Moritz Wallach die Firma. Ende 2004 machte der Laden endgültig zu, die letzten Jahre hatte er zu Lodenfrey gehört.

Heute ist ein Laden der Bekleidungskette Diesel in der Residenzstraße 3. Früher verkaufte dort das bekannte Trachtenhaus Wallach Dirndl und Lederhosen. Die Gründer wurden von den Nazis verfolgt.

Die alte Holztür mit dem Spruch „Volkskunst und Tracht in alter Pracht“ blieb. Vorerst. Stadtführer Loserth: „Seit dem Frühjahr 2016 ist die Tür verschwunden. Auf meine Nachfragen hieß es immer, sie sei nur kurzfristig für Renovierungen ausgetauscht worden.“ Bei Diesel gibt man sich reumütig. Die Türe sei im Laufe der Zeit nicht mehr dicht gewesen, bei starkem Regen sei Wasser in den Laden gedrungen, sagt eine Sprecherin. „Als der Laden 2016 im Inneren renoviert wurde, haben wir deswegen die Tür ausgetauscht.“ Dabei sei die Untere Denkmalschutzbehörde zunächst nicht informiert gewesen, was „ein Fehler unsererseits“ war. Deswegen sei Diesel nun in Kommunikation mit der Behörde und warte auf eine schriftliche Stellungnahme, ob die Tür wieder eingesetzt werden müsse. „Dann würden wir die Tür renovieren lassen und selbstverständlich wieder einsetzen.“

Diesel muss Tür wieder einbauen

Bei der Unteren Denkmalschutzbehörde heißt es, Diesel sei bereits schriftlich mitgeteilt worden, dass die Tür wieder eingebaut werden müsse, so Thorsten Vogel vom Referat für Stadtplanung und Bauordnung. „Da bisher nichts passiert ist, wird es erforderlich sein, den Einbau der Tür per Bescheid zu verfügen.“ Ein Bußgeldverfahren sei bereits eingeleitet.

Der Direktor des Jüdischen Museums München, Bernhard Purin, plädiert dafür, die Tür als Erinnerungszeichen wieder einzusetzen. Sie solle an die große Zeit des Volkskunsthauses Wallach erinnern – das habe schließlich Dirndl und Lederhose nach München gebracht.

Ramona Weise

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