Zu viel riskiert?

Überfallener Juwelier: Jetzt spricht der Junior-Chef

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Ein Polizei-Großaufgebot sperrte den Bereich vor dem Laden in der Westenriederstraße ab. Mittlerweile hat das Geschäft wieder geöffnet.

München - Er warf den Räubern ihren Hammer nach und verfolgte sie: Der Junior-Chef des überfallenen Juweliers am Viktualienmarkt ist sich sicher, dass sie alle tot sein hätten können.

Am Tag danach denkt Junior-Chef Moritz Höllenreiner (21), dass er wahrscheinlich zuviel riskiert hat: „Das war das pure Adrenalin. Da denkt man nicht mehr. Wenn die Täter geschossen hätten, wären wir wahrscheinlich alle tot.“

Einen Tag nach dem dreisten Überfall zweier Räuber auf den Juwelierladen „Goldstube“ in der Westenriederstraße 13 direkt am Viktualienmarkt (tz berichtete) war der Juniorchef am Dienstag schon wieder im Geschäft.

Nichts weist mehr darauf hin, welch gefährlicher Kampf sich am Montag um 12.30 Uhr im vorderen Bereich des Ladens abgespielt hat. Mit Waffe, Vorschlaghammer und Tränengas bewaffnet, waren die beiden Räuber um 12.15 Uhr in den Laden gestürmt, wollten Moritz Höllenreiner, seinen Vater Marco und den Onkel zwingen, sich auf den Boden zu legen. Stattdessen gingen Vater und Sohn zum Gegenangriff über.

Vater entriss Räuber todesmutig die Waffe

Marco Höllenreiner entriss einem Räuber todesmutig die Waffe. Da brach ihm der andere Räuber mit einem üblen Hammerschlag in den Rücken zwei Wirbel und fügte ihm eine Platzwunde am Kopf zu. Mit einer Riesenwut im Bauch entriss Moritz Höllenreiner dem Täter den Hammer, der sogar noch versuchte, dem Juwelier Tränengas ins Gesicht zu sprühen.

Beide Räuber flohen dann auf die Straße – dicht gefolgt von Moritz Höllenreiner, der dem fliehenden Serben (37) den Hammer nachwarf – und ihn auch traf! Der Räuber ging zu Boden, blieb mit einer stark blutenden Kopfplatzwunde benommen liegen. Angesichts seiner Brutalität wartet auf ihn eine lange Haftstrafe.

Zur Zeit liegt er in der Klinik und wird bewacht. Dem anderen Räuber gelang mit mehreren wertvollen Uhren und Schmuck im Wert von 50.000 Euro die Flucht. Den Roller fand die Polizei später in Tatortnähe. Moritz Höllenreiner hat noch Schmerzen im Rippenbereich: „Den Schock habe ich überwunden und mein Vater ist daheim und erholt sich. Wir hoffen, dass die Polizei den zweiten Täter fasst.“

Dorita Plange

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