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Neun Monate nach der Tat

Axt-Überfall: Jetzt spricht die Juwelier-Chefin

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Filial-Leiterin Birgit Laurer bei der Eröffnung.

München - "Chopard"-Chefin Birgit Lauer musste den brutalen Axtüberfall auf ihren Juwelier-Laden im Februar hautnah miterleben. Neun Monate später spricht sie erstmals mit der tz darüber.

Die Chopard-Chefs Karl und Caroline Scheufele mit Anna Netrebko (Mitte).

Roter Teppich, Champagner und Häppchen, sogar Opernstar Anna Netrebko ist gekommen. Die Wiedereröffnung des Juweliers Chopard in der Maximilianstraße am Freitag ist für Chefin Birgit Lauer persönlich besonders wichtig. „Der Überfall war ein Riesen-Schock“, sagt sie.

Der Fall ging durch die Republik: Fünf maskierte Männer stürmen am helllichten Tag den Laden, zerschlagen mit Hämmern und Äxten ohne Rücksicht die Sicherheitstür und mehrere Schmuckvitrinen. Dann stopfen sie Diamanten, Uhren und Brillanten im Wert von 800.000 Euro in Tüten. Innerhalb einer Minute sind sie wieder weg.

Geschockt von der Tat: Lauer im Februar nach dem Überfall.

Es habe eine ganze Weile gedauert, bis sie das Geschehene verarbeiten konnte, erzählt Birgit Lauer. „Für mich war der Überfall schon der dritte in meinem Berufsleben.“ Sie habe unter anderem den größten bewaffneten Raubüberfall auf einen Juwelier in der Geschichte der Bundesrepublik miterleben müssen. „Vor zehn Jahren in Düsseldorf. Eigentlich bin ich damals deshalb von dort weggegangen …“ Ihre Worte stocken. Denn in München geriet sie erneut in solch einen Albtraum.

Mittlerweile gehe es ihr wieder „okay“, sagt Lauer. „Meine Mitarbeiter gehen unterschiedlich damit um. Wir reden viel darüber.“ Der umgestaltete Laden hilft zu vergessen. „Die Modernisierung war ohnehin geplant. Alles ist heller und moderner geworden. Dass der Umbau zeitlich direkt nach dem Überfall stattfand, ist gut für uns. So ist der Neuanfang leichter.“

Auch die Sicherheitsvorkehrungen seien „massiv verbessert“ worden, sagt Lauer. „Unsere neuen Vitrinen sind aus Stahl und wiegen 300 Kilo. Auch die Gläser seien ganz anders. „Da kommt keiner mehr durch.“

Die Anklage gegen die Täter steht

Vier der fünf Räuber konnte die Polizei gleich nach dem Überfall festnehmen: Milchbubis, die angaben, 14 bis 16 Jahre alt zu sein. Seither sitzen sie in Haft.

Der Juwelier-Laden nach der Tat.

„Ermittlungen haben ergeben, dass die Tatverdächtigen in Wirklichkeit zwischen 17 und 21 Jahre sind und aus Rumänien stammen“, sagt Staatsanwalt Peter Preuß zur tz. Die Staatsanwaltschaft habe im September Anklage wegen schweren Raubes erhoben. Drei weitere mutmaßliche Hintermänner, die am Tattag festgenommen worden waren, werden wegen „Verabredung zu einem Überfall“ angeklagt. Prozesstermine sind noch nicht bekannt.

Nina Bautz

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