Verhandlung am Montag

Bayerischer Hof klagt gegen Stadt München wegen Hotelplänen – hier liegen die Probleme

Das Hotel Bayerischer Hof in München.

Am Montag wird die Klage des Hotels Bayerischer Hof gegen die Stadt, die die Hotelpläne unweit des Nobelhotels genehmigt hat weiter verhandelt. Die Bayerischer-Hof-Chefin Innegrit Volkhardt befürchtet ein Verkehrschaos.

München - In dem Prozess geht es um Folgendes: Hotel-Chefin Innegrit Volkhardt klagt gegen einen Vorbescheid der Stadt München. Diese hatte bereits 2014 grünes Licht für ein neues Fünf-Sterne-Hotel an der Kardinal-Faulhaber-Straße, ums Eck vom Bayerischen Hof, gegeben. Das neue Luxusquartier soll in der Alten Bayerischen Staatsbank, dem ehemaligen und denkmalgeschützten Hypovereinsbank-Gebäude, entstehen. Es ist ein Projekt der Bayerischen Hausbau, einem Zweig der Schörghuber-Unternehmensgruppe.

Hotel-Chefin Innegrit Volkhardt befürchtet ein Verkehrschaos.

Ihr gehe es nicht um die Furcht vor Konkurrenz, betonte Volkhardt am Freitag gegenüber unserer Zeitung erneut. Sondern darum, was im Altstadtviertel machbar sei. „Die Verkehrssituation ist schon jetzt schwierig“, sagte Volkhardt. „Bis zu 40 Laster am Tag beliefern die Fünf Höfe, die Straßen sind ständig verstopft, fast täglich rückt die Polizei an, um das Chaos unter Kontrolle zu bringen.“ Die Lage vor Ort hätte von der Stadt vor dem Bescheid geprüft werden müssen, findet sie. Ihr Anwalt ist kein Unbekannter – Ex-Politiker Peter Gauweiler. Einer, der die Verkehrssituation gut beurteilen kann: Seine Kanzlei hat ihren Sitz gegenüber dem Bayerischen Hof. Selbst das Planungsreferat hatte in einem Schreiben vom August 2017 erklärt, eine Besichtigung vor Ort sei dringend anzuraten.

Dicht an dicht: Das geplante Hotel in der Zentrale der HVB läge zwischen Bayerischer Hof und Salvatorgarage.

Volkhardt: „Ich will mich nicht auf etwas Unbestimmtes einlassen, es fehlt nur ein klares Verkehrskonzept.“ Sie scheue nicht ein neues Hotel in der Nähe: „Es könnten sich sogar Synergien für uns ergeben. Beispiel: große Veranstaltungen, da könnten wir sogar zusammenarbeiten, so wie wir das mit dem Charles Hotel seit Jahren machen.“ In ihren Augen müssten aber alle in der Nachbarschaft mit einbezogen, eine große Lösung für alle geschaffen werden. Diese sieht sie beispielsweise in einer großen unterirdischen Tiefgarage in der Prannerstraße. „Der Bayerische Hof würde dafür sogar 20 Millionen investieren, selbst Bewohner in der Umgebung würden sich beteiligen, aber die Bayerische Hausbau will kein Geld dazugeben“, sagt Volkhardt. Sie befürchtet einen Verkehrskollaps angesichts der Tatsache, dass neben dem neuen Luxus-Tempel auf dem 8300 Quadratmeter großen Areal an der Kardinal-Faulhaber-, Pranner- und Salvatorstraße auch Wohnungen, Büros, Geschäfte und Restaurants entstehen sollen.

Bei einer Ortsbegehung mit unserer Zeitung am Freitag erklärte Volkhardt, warum das Bauvorhaben des neuen Hotels aus ihrer Sicht nicht gut durchdacht ist.

Problem Nummer 1: Salvatorstraße und Maximiliansplatz

Hier wird es eng: Die Salvatorstraße kann nur von einem Fahrzeug befahren werden. Begegnen sich zwei Autos, muss eines auf dem Gehsteig oder durch Zurückfahren ausweichen. Mit Lastwagen wird es noch schwieriger: Denn die Straße wird an ihrer westlichen Ausfahrt zum Maximiliansplatz hin immer enger. Hinzu kommt, dass sich hier auch das Salvator-Parkhaus befindet. Genau gegenüber der Tiefgarage ist laut Innegrit Volkhardt aber auch die Lieferzone für das neue Hotel vorgesehen.

Problem Nummer 2: Kardinal-Faulhaber-Straße

Zeitweise gesperrt werden muss die Kardinal-Faulhaber-Straße. Denn hier befindet sich die Tiefgarageneinfahrt für die Fünf Höfe. Lkw liefern im ersten Untergeschoss für Geschäfte an. Diese können aber nur rückwärts ein- oder umgekehrt nur rückwärts ausfahren, da ein Wenden auf der Lieferantenebene für Laster kaum möglich ist. Für die Zeit des Manövrierens wird die Straße gesperrt. Zunächst wollte das neue Hotel genau gegenüber der Tiefgarage den Eingang positionieren. Das wurde geändert.

Problem Nummer 3: Prannerstraße

Die Anlieferzone für das Hotel Bayerischer Hof befindet sich in der Prannerstraße. Jüngst habe das Kreisverwaltungsreferat aber die Schilder in der Prannerstraße für ein Parkverbot vor der Anlieferzone dem Hotel entzogen. „Jetzt müssen die Laster in zweiter Reihe parken“, sagt Volkhardt. Zu sehen am Beispiel des Lastwagens des Getränkelieferanten. Durch die neue Situation komme es täglich zu Verkehrsbehinderungen in dieser Straße, wie auf dem Foto zu sehen ist.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Altstadt/Lehel – mein Viertel“.

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