Manuel Neuer operiert! Keeper fällt aus

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Bayerischer Hof vs. Schörghuber-Pläne

Das Duell der Hotel-Giganten

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Links: Innegrit Volkhardt, die Chefin des Bayerischen Hofs, hat Bedenken gegen den Vorbescheid, den die Stadt der Schörghuber-Gruppe erlassen hat. Rechts: In diesem Komplex plant Schörghuber, vertreten durch Dr. Jürgen Büllesbach, ein Hotel.

München - Kriegt der Bayerischer Hof demnächst riesige Konkurrenz, wenn es darum geht, in bester Lage zahlungskräftige München-Besucher zu beherbergen? Im Rücken des Traditionshauses am Promenadeplatz hat die Schörghuber-Unternehmensgruppe groß investiert.

Im Namen der Schörghuber-Unternehmensgruppe soll die Bayerische Hausbau ein neues Luxus-Hotel mit 150 Zimmern in der Kardinal-Faulhaber-Straße 1 eröffnen – bis Ende des Jahres residiert hier der noch die Spitze der Hypo-Vereinsbank. Daneben sind bis zu 60 Luxus-Wohnungen in der Prannerstraße 2 und 4 geplant. Er droht ein Krieg der Sterne (tz berichtete)! Denn gegen einen Bau-Vorbescheid, den die Landeshauptstadt der Bayerischen Hausbau 2013 genehmigt hatte, klagte der Bayerische Hof vor dem Verwaltungsgericht. Am Montag kam es zum Prozess. Und zum Duell zwischen zwei Giganten.

Andreas Thieme

Bayerischer Hof bemängelt: Planung zu vage

Hier prallen die zwei Giganten aneinander: Das blaue Areal ist in Besitz der Schörghuber-Gruppe. Das rot Umrandete gehört zum Bayerischen Hof.

Für den Bayerischen Hof geht es in dem Prozess um sehr viel. Nämlich, ob ein weiteres Fünf-Sterne-Haus künftig in direkter Nachbarschaft für Luxus-Kunden verfügbar ist. Chefin Innegrit Volkhardt klagte eher vorsorglich. „Wir wollen uns nicht auf etwas Unbestimmtes einlassen. Die bisherige Planung ist sehr vage“, sagt sie. Denn im Vorbescheid, den die Stadt bewilligte, ist vor allem die Art der Nutzung für die potenziellen Hotel- und Wohngebäude geregelt. Hierbei hatte sich die Bayerische Hausbau aber diverse Möglichkeiten offen gehalten. So ist zum Beispiel nicht klar, wie viele Hotelzimmer letztlich gebaut werden und wo der Eingang liegen soll. „Mir fällt es schwer, das neue Areal vorzustellen. Es müsste für alle verträglich sein, nicht nur für das geplante Hotel. Ich wünsche mir ein klares Verkehrskonzept. Das fehlt bisher“, sagt Volkhardt. Die Konkurrenz an sich scheut die Chefin angeblich nicht. „Es ist nicht so, dass wir kein anderes Hotel in der Nähe wollen. Wenn große Namen sich dort etablieren wollten, geschähe das sowieso. Außerdem könnten sich bei Veranstaltungen sogar Synergien für uns ergeben“, sagt sie. „Wir sehen das Problem eher in der direkten Umgebung.“ So ist zum Beispiel noch nicht geklärt, ob dem neuen Hotel ein Rücksichtsnahmegebot bei der Nutzung auferlegt wird. Im Verkehr sah Richterin Marion Pauli-Gerz gestern bereits eine „prekäre Situation“.

So soll es werden

Die Anwälte der Schörghuber-Gruppe (u.a. Eigentümerin der Paulaner/Hacker-Pschorr-Brauerei, sowie diverser Hotels und Bauprojekte) verteidigten gestern die Zulässigkeit ihres vorläufigen Baubescheids. Sieht das Verwaltungsgericht diesen im Prozess als zulässig an, kann die Bayerische Hausbau den Bauantrag stellen – und wahrscheinlich wie geplant 2016 mit dem Umbau beginnen. 2020 soll alles fertig sein.

Verletzte Nachbarrechte sieht die Bayerische Hausbau, das für Immobilien zuständige Tochterunternehmen Schörghubers, keineswegs: Ein von ihnen in Auftrag gegebenes Gutachten ergab, dass pro Tag ungefähr 55 Anlieferungen in dem neuen Hotel stattfinden werden. Ein Gutachten des Bayerischen Hofs sah die Zahl bei 120 pro Tag. „Frau Volkhardt kann nicht gegen die Konkurrenz klagen“, stellt Unternehmenssprecher Bernhard Taubenberger von der Bayerischen Hausbau klar. In Detailfragen wie der Verkehrsregelung oder der Belastung der Nachbarschaft sieht er die Hausbau klar im Recht. Klar ist auch: Für den Bau wäre es von Vorteil, wenn das Verwaltungsgericht die Gültigkeit des Vorbescheids bestätigt. Denn so hätte die Bayerische Hausbau viele Freiheiten bei der konkreten Umsetzung. So zum Beispiel für die Gestaltung des Eingangs, für die es drei verschiedene Varianten gibt.

Rund 20 Prozent soll der Anteil der Wohnungen ausmachen, beim Umbau sind einzelne Bauteile sowie die historische Fassade denkmalgeschützt. Das Hotel mit Innenhöfen soll rund 17 000 Quadratmeter umfassen. Wie es weiter geht, hängt nun auch von der Entscheidung des Verwaltungsgerichts ab. Richterin Pauli-Gerz: „Die Einigung wird schwierig.“ Bei Redaktionsschluss stand ihre Entscheidung noch nicht fest.

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