Sie sitzen im Tal

Pfiffige Idee: Ist das Münchens kreativstes Bettler-Paar?

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Piotr und Natalia auf dem Fußweg im Tal

Bettlerei ist auch in München ein Thema. Doch im Tal sitzt ein Bettler-Paar, das nicht nur stumm die Hand offen hält. Nein - Piotr und Natalia haben sich etwas einfallen lassen.

München - Es stimmt schon: Das Gefühl ist komisch. Wie soll man das jetzt finden? Anrührend? Clever? Oder einfach nur frech? Wir sind unterwegs im Tal, zwischen Altem Rathaus und ­Isartor. Und sehen dort auf dem Fußweg, unterhalb des Fensters einer Bank, ein Bettlerpärchen sitzen. Sechs Schälchen haben die beiden vor sich stehen, allesamt mit Schildern versehen. Damit man als Passant weiß, wofür man sein Geld denn spendet – falls man überhaupt was gibt. Auf dem Foto sehen Sie die Auswahl. Und sagen wir so: Diese Bettler sind kreativ und drücken nicht auf die Tränendrüse. Unter anderem kann man seinen Euro für Gras oder Bier hergeben, wenn man das denn angemessen findet.

Der ideenreiche Bettler heißt Piotr (36) und versichert uns: „Es stimmt wirklich. Ich verwende das Geld für das, was auf dem Zettel steht. Wenn Sie mir einen Euro in den Gras-Becher werfen, wird der auch in Gras investiert!“ Gut, ob das mit dem Porsche genauso funktioniert? Das lassen wir mal stehen… Und die Sache mit dem Puff? Auch fraglich, weil: Piotrs Freundin Natalia (30) sitzt ja direkt daneben… Wobei das eh kein großes Thema ist, denn: In diesen beiden Töpfen landet nicht viel Geld. Piotrs Finanzanalyse: „Am meisten bekommen wir für Gras und Urlaub.“ Wie viel das konkret ist, kann er nicht sagen. „Sehr unterschiedlich! Das können mal zehn oder 20 Euro in zwei Stunden sein – aber auch mal gar nix.“

Die Obrigkeit hat mit dieser Art des Bettelns kein Problem, solang’s nicht in der Fußgängerzone passiert – und solang Piotr und Natalia die Sache mit dem Gras nicht direkt in die Tat umsetzen.

Und wie war das jetzt mit dem Urlaub? Wo geht’s hin, Piotr? „In den Vatikan , wenn das Geld reicht. Ich bin Katholik!“

München beherbergt viele Menschen, die sich Tag für Tag durchs Leben schlagen und unter der Armutsgrenze leben. Unsere Zeitung hat drei von ihnen getroffen.

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