Laden am Viktualienmarkt gestürmt

Juwelier ausgeraubt: Die Pink Panther als Vorbild?

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Ein Polizei-Großaufgebot sperrte den Bereich vor dem Laden in der Westenriederstraße ab.

München - Fast wie in einem Film haben zwei Täter am Montag ein Luxusuhren-Geschäft am Viktualienmarkt überfallen: Sie hatten eine Schusswaffe und einem Vorschlaghammer dabei.

Eigentlich wollte sich Hans S. (Name geändert) gestern Mittag nach dem Brotkauf auf dem Viktualienmarkt nur ein Bier gönnen. Stattdessen geriet er in einen spektakulären Raubüberfall!

Mitten im bunten Geschäftstreiben der Wirtshäuser und kleinen Läden am Rande des Viktualienmarktes in der Westenriederstraße 13 überfielen zwei Räuber den Juwelier Goldstube. Um 12.15 Uhr betraten die zwei Männer den Laden. Der eine war gekleidet wie ein Dandy – Jeans, königsblaues Jackett, lila Socken, rote Brille, leuchtend blaue Schuhe, blonde Perücke.

Der andere war maskiert und trug einen Motorradhelm. Beide warenbewaffnet mit Hammer und Schusswaffe. Der Dandy brüllte: „Get down! Get down!“ Im Laden waren zu dieser Zeit der Besitzer (48), sein Sohn (21) und zwei weitere Personen. Einem gelang es, heimlich Polizeialarm auszulösen.

Als der Vermummte zwei Uhren aus einer Vitrine nahm, griffen Vater und Sohn an. Sie entrissen dem Vermummten die Waffe. Daraufhin schlug der andere Täter dem Vater den Hammer auf den Rücken. Dem Sohn gelang es, ihm den Hammer zu entreißen.

Hier wurde einer der Täter gefasst.

Hans S. saß zu diesem Zeitpunkt direkt neben der Tür: „Plötzlich wurde es nebenan laut. Etwas krachte auf den Boden.“ Ein Bonbonglas, wie sich später herausstellte: „Ich dachte: ein Streit! Da wird gleich einer aus dem ersten Stock fliegen.“

Stattdessen flog die Tür des Goldladens auf. Zwei Männer stürmten heraus – dicht gefolgt vom Juniorchef, der dem Dandy den Hammer hinterherwarf und traf! Der Serbe (36) stürzte und schlug mit dem Kopf auf den Bordstein. Er blieb blutüberströmt und benommen neben einem Bäckerei-Stand liegen und wurde vom Juwelier und zu Hilfe eilenden Zeugen festgehalten, bis Polizei und Krankenwagen eintrafen.

Der Maskierte sprang auf einen in der Nähe geparkten Roller und entkam über die Frauenstraße. Der Roller wurde mittlerweile in der Nähe gefunden.

Der Ladeninhaber hat eine Platzwunde und eine leichte Rückenverletzung erlitten und wurde ambulant in der Klinik behandelt. Ein weiterer Mann im Laden erlitt eine Knieverletzung. Der serbische Räuber blieb stationär im Krankenhaus und wird bewacht. Die Höhe der Beute steht noch nicht fest. Am Laden hing nachmittags ein Zettel: „Wegen Überfall geschlossen!“

Dorita Plange 

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