Arbeiter finden verdächtigen Gegenstand

Experten nähern sich mutmaßlicher Bombe

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Im Hof der Regierung von Oberbayern (Maximilianstraße 39) wurde ein verdächtiger Gegenstand geortet. Eine Bombe?

München - Wenn sich dieser Verdacht tatsächlich bewahrheiten sollte, müssen die Bewohner und Besucher des Lehel spätestens am Sonntag für mehrere Stunden Wohnungen, Büros, Gaststätten, Museen und Hotels verlassen.

Update von Freitag, 15. Mai, 19.45 Uhr:  Eine Spezialfirma hat am Freitag die Erde rund um die mögliche Bombe an der Maximilianstraße bis zu einer Tiefe von fünf Metern abgetragen. Der „verdächtige Gegenstand aus Metall“ liegt 6,50 Meter tief im Innenhof der Regierung von Oberbayern. „Wir wollten den Gegenstand noch nicht ganz freilegen, da wir sonst im Zugzwang gewesen wären“, sagt Feuerwehr-Sprecher Christian Kaiser. „Die Lage muss statisch bleiben.“ Sprich, eine mögliche Bombe hätte noch am Freitag entschärft werden müssen, hätte man sie ganz ausgegraben. „Am Freitag und Samstag ist das Verkehrsaufkommen auch wegen Streetlife Festival und Corso Leopold hoch“, sagt Kaiser. Deshalb werde die restliche Erde im engen Radius um den Gegenstand erst am Sonntag per Hand weggeschaufelt. Für den Ernstfall, dass der Gegenstand ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ist, ist alles vorbereitet. Wenn Spezialisten die Bombe entschärfen, müssen wohl alle Gebäude im Umkreis von 300 Metern geräumt werden. Der Gegenstand war bei den Bauarbeiten für die Generalsanierung des Regierungsgebäudes entdeckt worden. Detektoren hatten auf Metall reagiert.

Update von Freitag, 15. Mai, 12.10 Uhr: Nach Informationen der Lokalredaktion des Münchner Merkur solle an diesem Freitag und am Samstag so nahe wie möglich an den "verdächtigen Gegenstand" herangebaggert werden – mit einem Sicherheitsabstand von einem Meter. Es ist also damit zu rechnen, dass sich frühestens am Samstag entscheidet, ob die Bewohner der Altstadt ihre Häuser verlassen müssen.

Was bisher bekannt ist:

Der Grund für die im Raum stehende Evakuierungsaktion schlummert fünf Meter tief im Erdreich des Innenhofes der Regierung von Oberbayern in der Maximilianstraße 39. Im Rahmen der Generalsanierung des Regierungsgebäudes wurde vorsorglich auch von einer Spezialfirma untersucht, ob im Boden noch alte Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg liegen. Der Verdacht ist begründet: Das Gebäude war im Krieg bei Bombenangriffen massiv zerstört worden. Tatsächlich fanden die Spezialisten während des Screenings im Hof eine sogenannte Anomalie – einen offensichtlich metallischen, länglichen Gegenstand, der eine alte Fliegerbombe sein könnte.

Bereits am Freitag soll nach Angaben der Regierung von Oberbayern mit der Freilegung des verdächtigen Objektes begonnen werden. Dazu wird ein spezieller Kettenbagger benötigt. Nach Einschätzung der Spezialisten und der Sicherheitsbehörde besteht derzeit keinerlei Gefahr für die Anwohner und Touristen. Alle erschütterungsintensiven Bauarbeiten wurden sofort eingestellt.

Wenn ja, wird das Lehel am Sonntag im 300 Meter-Umkreis evakuiert.

Bis Samstag finden sogenannte Erkundungsarbeiten statt. Der Gegenstand selbst wird voraussichtlich erst Sonntag in den frühen Morgenstunden freigelegt. Sollte es sich tatsächlich um einen noch zündfähigen Blindgänger handeln, werden Feuerwehr und Polizei noch am Vormittag mit der Evakuierung aller Gebäude im Umkreis von 300 Metern beginnen. Betroffen wären davon neben Hunderten Wohn- und Geschäftshäusern auch ein Altenheim, mehrere Hotels, die Kammerspiele, die Maximiliansbrücke, das Maxmonument und der U-Bahnhof Lehel. Die eigentliche Entschärfung wäre für den Nachmittag geplant. Danach könnten alle Bewohner sofort wieder zurückkehren.

Dorita Plange 

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