Party ohne Ende in der Innenstadt

Brennpunkt Müllerstraße: Den Anwohnern reicht's!

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Vor den vielen Bars und Clubs in der Müllerstraße ist es nachts immer wieder laut.

München - Es wird gegrölt und randaliert, Erbrochenes, Essensreste und Glasscherben liegen herum: Jedes Wochenende wird die Müllerstraße zur Partyzone!

Den Anwohnern reicht es schon lange, die Wirte sind auch wenig begeistert, der Bezirksausschuss hatte mit der Sperrstunde gedroht! Vor knapp einem Jahr gab es den ersten Runden Tisch: Gastronomen, Bürger, Polizei und Stadt ziehen seither an einem Strang, um dem Problem habhaft zu werden. Und: Passiert ist schon einiges!

Jetzt gab es erneut ein Gespräch, die Ergebnisse sollen am 25. November präsentiert werden. Die tz hat jetzt schon erfahren, welche Erfolge es gibt und wo es noch hakt. So reagieren die Beteiligten:

Die Wirte: Nahezu alle Wirte der Müllerstraße haben jeweils eigene Türsteher angestellt. Die sorgen für Ruhe, wenn die Gäste draußen rauchen. Und die Mitarbeiter kehren und räumen auch auf vor den Lokalen. Es soll auch ein Betreiber-Verein gegründet werden. Ein Wirt soll sogar in der Wohnung einer Anwohnerin Lärmmessungen durchgeführt und daraufhin seine Musikanlage leiser eingestellt haben. Es gab eine Plakat-Aktion, die wohl sehr gut angekommen ist. Die Gäste sind dadurch aufmerksam gemacht worden, draußen für Ruhe zu sorgen. Von dem Plan, so genannte Silencer einzusetzen – wie am Gärtnerplatz – ist man mittlerweile abgewichen. Wirte-Sprecher Sven Künast selbst will mit Hinweis auf die Pressekonferent am 25. November noch nichts sagen. Wie die tz erfuhr, ziehen allerdings nicht alle Gastronomen mit! Stadt und Bezirksausschuss sollen jetzt auf die Verweigerer Druck machen.

Die Polizei: Nach tz-Informationen spitzt sich die Situation häufiger zu. Da die Gäste nun auch selbstständig draußen für Ruhe sorgen, soll es schon zu Schlägereien gekommen sein – allein in der Vorwoche zu zwei größeren! Polizei und Bezirksinspekteure vom KVR waren in der Müllerstraße unterwegs und haben Anzeigen geschrieben. Nach Angaben eines Polizeisprechers werden die Ergebnisse aber noch ausgewertet. Die Türsteher vor den Gaststätten sind aber auch aus Schutzgründen vor Ort, denn: Immer öfter ziehen wohl auch Gruppen von Jugendlichen durch die Müllerstraße, die Ärger machen. Offenbar weiß niemand, wo die herkommen.

Die Stadt: Das Planungsreferat hat ein Problem, denn die Übergänge zwischen einer Vergnügungsstätte (Disco) und einer Speise- und Schankwirtschaft (Bar) sind bei einigen Betrieben in der Müllerstraße fließend. Es gibt keinen Bebauungsplan, es darf genau das angemeldet werden, was es in der Umgebung schon gibt. Jetzt gab es aber Gespräche, dass die Verwaltung in der Müllerstraße überhaupt keine neuen Gaststätten mehr genehmigen soll! Damit hätte sich das Problem wohl erledigt – die Müllerstraße aber wohl auch.

S. Karowski

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