Bundestagswahl 2021

Wahl-Krimi zeichnet sich schon jetzt ab: Münchner Stimmbezirke umkämpft wie nie

Münchner Stimmbezirke sind bei der Bundestagswahl 2021 am 26. September umkämpft.
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Münchner Stimmbezirke sind bei der Bundestagswahl 2021 am 26. September umkämpft.

Wer macht das Rennen bei der Bundestagswahl 2021? Der Kampf um die Direktmandate in München wird spannender denn je.

München - Daher lohnt sich vor der Bundestagswahl am 26. September* ein Blick auf die Einteilung der vier Stimmbezirke in München. Dabei wird schnell deutlich, weshalb das Rennen so offen ist: Die Wahlkreise sind sehr heterogen. Das heißt: Es gibt keinen einzigen Stimmbezirk, von dem man sagen könnte, hier befinden sich nur Hochburgen von CSU, SPD und Grünen. Wir stehen vor einem Wahl-Krimi. Das gilt bundesweit, aber auch hier in München wird’s wohl ein nervöser Abend für die Stadt-Chefs Claudia Tausend (SPD), Ursula Harper (Grüne, Co-Chef Joel Keilhauer) und Georg Eisenreich (CSU).   

Die meisten Wahlberechtigten gibt es in Neuhausen-Nymphenburg (62.515) und Ramersdorf-Perlach (61.886). Auf Platz drei folgt Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln (59.057). Auch Bogenhausen (56.877) zählt zu den großen Stadtbezirken, was die Anzahl der Stimmberechtigten betrifft. Die kleinste Einheit ist Altstadt-Lehel (13.517), auch auf der Schwanthalerhöhe finden sich nur 16.405 Wähler.

Wahlkreis München Nord

Nord (Maxvorstadt, Schwabing-West, Schwabing-Freimann, Milbertshofen-Am Hart, Moosach, Feldmoching-Hasenbergl): Hier sind für die Grünen starke Ergebnisse in Schwabing und der Maxvorstadt zu erwarten. Moosach und Milbertshofen waren einstige Hochburgen der SPD. Für die CSU ist der Norden ein schwieriges Pflaster, wiewohl sie hier 2017 relativ deutlich gewann. Doch die Ausgangsposition hat sich in diesem Bezirk heuer zu Gunsten von SPD und Grünen verschoben. Eine Übersicht der Direktkandidaten im Wahlkreis München-Nord finden Sie hier.

Wahlkreis München Ost

Ost (Altstadt-Lehel, Au-Haidhausen, Bogenhausen, Berg am Laim, Ramersdorf-Perlach, Trudering-Riem): Hier wird die SPD einen schweren Stand haben, weil die CSU in Bogenhausen und Trudering ihre Hochburgen hat und Au-Haidhausen klar von den Grünen dominiert wird. Der Bezirk Altstadt-Lehel spielt aufgrund der geringen Einwohnerzahl eine untergeordnete Rolle. Das einwohnerstarke Viertel Ramersdorf-Perlach ist ausgewogen einzuschätzen, genauso wie Berg am Laim.

Wahlkreis München Süd

Süd (Sendling, Sendling-Westpark, Untergiesing-Harlaching, Obergiesing-Fasangarten, Hadern, Thalkirchen-Obersendling-Fürstenried-Forstenried-Solln): Wie im Norden zeichnet sich hier zwischen den drei großen Parteien ein extrem spannendes Rennen um das Direktmandat ab. In Sendling konnten die Grünen zuletzt starke Ergebnisse verbuchen, die SPD ist dort auch nicht schlecht, während die CSU wohl Federn lassen muss. Hadern ist hingegen angestammtes Terrain der „Schwarzen“. In Untergiesing-Harlaching und Obergiesing-Fasangarten dürfte das Pendel hingegen in Richtung Grüne und SPD ausschlagen.

Wahlkreis München West/Mitte

West/Mitte (Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Schwanthalerhöhe, Neuhausen-Nymphenburg, Laim, Pasing-Obermenzing, Allach-Untermenzing, Aubing-Lochhausen-Langwied): Mit Allach, Aubing und Pasing finden sich im Westen der Stadt drei von der CSU dominierte Bezirke. Dennoch sehen alle bisherigen Prognosen die Grünen klar vorne – was auch nicht so überraschend kommt. Denn in der Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt erzielten die Grünen zuletzt Rekordergebnisse, fast wie in Berlin-Kreuzberg. Und auch in Neuhausen-Nymphenburg sowie auf der Schwanthalerhöhe ist die Öko-Partei sehr stark einzuschätzen. Die SPD wird es in West/Mitte eher schwer haben.

Bundestagswahl in München

Aktuell gibt es in München knapp 922.000 Wahlberechtigte. Die Frauen sind mit 480.000 klar in der Überzahl. Rund 440.000 Wähler sind männlich. Die Stadt hat die Wahlbenachrichtigungen mittlerweile versandt. Wer bis zum 1. September noch keine Unterlagen erhalten hat, sollte sich mit dem Wahlamt (briefwahl.kvr@muenchen.de) in Verbindung setzen.

Erwartet wird ein hoher Anteil an Briefwählern. Schon bei der Bundestagswahl 2017 lag die Quote bei 43,4 Prozent.

In den vier Münchner Stimmbezirken treten 65 Direktkandidaten an: 18 im Wahlkreis Nord, je 17 im Osten und in West/Mitte sowie 13 im Süden. Mit der Zweitstimme sind 26 Parteien wählbar.

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