An der Schranne

In diesen Bunker kommt bald ein Museum

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Der Bunker an der Schrannenhalle.

München - Hier zieht jetzt die Stadt ein: Der Bunker an der Blumenstraße wird zu einem Haus der städtischen Baukultur.

So zumindest plant es die Verwaltung. Sie hat eine entsprechende Beschlussvorlage ausgearbeitet, die der tz exklusiv vorliegt. Der Stadtrat muss noch zustimmen.

Das Gebäude hinter der Schranne ist 1941 errichtet worden – zum Schutz der Bürger vor Luftangriffen. Etwa 1200 Menschen konnten dort unterkommen. Bis heute ist der Bau als Unterschlupf für den Verteidigungsfall, für Naturkatastrophen und Großschadensfälle wie Gefahrstoffaustritte vorgesehen – für 750 Menschen!

Aber die sogenannte Zivilschutzbindung läuft aus. Die Räume können dann anderweitig genutzt werden. Begehrlichkeiten gab es natürlich viele. Karlheinz Kümmel etwa wollte ein Luftschutzmuseum einrichten. Ein Restaurant oder ein Café wurden geprüft. Auch ein Lager für die Stadt war mal vorgesehen. Und die Polizei hätte sich den Bunker als Ort für ein Polizeimuseum vorstellen können.

So sah München Anfang der 70er-Jahre aus

München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
11 Uhr auf dem Marienplatz ist Zeit fürs Glockenspiel – keine Absperrung, keine Schnur, kein Gitter, kein Zaun trennte die Touristen unter dem Neuen Rathaus von der 30 Meter tiefen Baugrube des U- und S-Bahnhofes. Wie durch ein Wunder ist niemand hineingefallen, obwohl alle eine Viertelstunde lang nur nach oben blickten. © Heinz Gebhardt
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Die Baustelle auf dem Marienplatz. © Heinz Gebhardt
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Unter dem Marienplatz, noch ohne Zwischengeschoss: Eine Mega-Halle. © Heinz Gebhardt
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Ein Blick auf den Marienplatz. Bessergesagt Mariengrube. © Heinz Gebhardt
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Offene Baugrube von Schwabing zum Odeonsplatz: Die Straßenbahn fuhr auf riesigen Stahlträgern über das U-Bahn-Bauloch von der Münchner Freiheit bis zum Odeonsplatz, Autos durften mal links, mal rechts, mal gar nicht dahinschleichen und Fußgänger suchten sich selbst irgendeinen Wanderweg durch das Baumaschinenparadies. © Heinz Gebhardt
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Ohne Promis und Medienspektakel, dafür mit 1500 Dackeln und lustigen Münchnern feierte Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel das Ende der Baugrubenzeit und die Eröffnung der Fußgängerzone. © Heinz Gebhardt
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Das erste moderne Hochhaus Münchens steht längst unter Denkmalschutz: 1974 begann der Bau des 113 Meter hohen Hypo-Towers. Ein Höhepunkt! © Heinz Gebhardt
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Pünktlich zu Olympia wurde der 99,5 Meter hohe BMW-Vierzylinder fertiggestellt – hier ein Foto aus der Bauzeit. Während der Spiele musste er auf seinen Namen verzichten: Das BMW-Logo wurde abmontiert, weil die Olympiaveranstalter keine kostenlose Werbung duldeten … © Heinz Gebhardt
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Das kurioseste Bauwunder um 1970 war die Stachusbrücke, eine gewaltige Holzbrücke von der Bayerstraße zum Karlstor. Sie war der einzige Weg, um von einer Seite auf die andere zu kommen – und das zudem nur für Menschen, die gut zu Fuß waren. Für ältere Menschen, Behinderte und Kinderwagen: keine Chance! Bei Schneefall gesperrt, schlitterten und purzelten im Winter trotzdem alle hinüber und herunter. © Heinz Gebhardt
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Entweder ­wurden Absperrungen ignoriert und man schlüpfte durch jede sich bietende Baulücke, oder man setzte vorsichtshalber doch mal einen Bauhelm auf und spazierte einfach durch die Betonröhren. Die Münchner wussten sich halt zu helfen … © Heinz Gebhardt
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Auf dem ehemaligen Flughafen Oberwiesenfeld entstanden Olympiastadion und Olympiahalle. © Heinz Gebhardt
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Die Schuttberge drumherum mit den Trümmern des Zweiten Weltkriegs wurden begrünt und zum Erholungsgebiet Olympiapark. © Heinz Gebhardt

Nun schlägt das Planungsreferat vor, ein Haus der Baukultur in dem Bunker einzurichten. Die Ausstellung stadt l bau l plan – Geschichte der Stadtentwicklung München soll einziehen. Die befindet sich derzeit provisorisch in Büros des Referates. Ferner sollen Räume für wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen bereitgestellt werden. Das wird einiges kosten. Eine Studie hat ergeben, dass der Bunker saniert werden muss, es braucht eine weitere Treppe, die als Fluchtweg dienen soll. Außerdem einen Aufzug, neue Elektrik, Heizung, Brandschutz, und die Toiletten müssen hergerichtet werden.

Die Stadt kalkuliert vorsichtig mit Kosten von bis zu 2,5 Millionen ­Euro.

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