Kopf der Räuberbande spricht in der tz

Burschenvereine klauen Viktualienmarkt-Maibaum

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Ab dem 1. Mai wird am Viktualienmarkt wieder ein Maibaum stehen. 

Nach einem halben Jahr Leere soll auf dem Viktualienmarkt wieder ein Maibaum stehen - doch drei Burschenvereine aus dem Landkreis haben den Plan der Münchner Brauereien durchkreuzt.

München/Neufinsing/Unterföhring/Ismaning - Ganz schön frech: Pünktlich zum 1. Mai wollten die Münchner Brauereien den neuen Maibaum am Viktualienmarkt aufstellen und zum großen Maibaumfest einladen. Doch drei Burschenvereine aus dem Landkreis haben sich das Ungetüm unter den Nagel gerissen. Der Baum lagerte in einer Halle hinter Aying. Dort hatte der Burschenverein Hohendilching-Sollach (Landkreis Miesbach) den Baum für den Verein Münchner Brauereien versteckt.

Das nennt man dann wohl eine geschlossene Mannschaftsleistung: Der Burschenverein Neufinsing feiert seinen nächtlich Maibaum-Coup.

„Wir haben es wieder getan“ frohlockt der Burschenverein Ismaning auf seiner Facebook-Seite. Auf dem Foto darunter hocken rund 70 Männer auf dem Maibaum, der eigentlich wieder das Wahrzeichen des Viktualienmarkts werden soll. Die „einmalige Aktion“, wie es in dem Beitrag heißt, wurde von den Patenvereinen aus Neufinsing und Unterföhring unterstützt.

Um halb vier Uhr morgens sind die Burschen auf Diebestour gegangen. „Mit Know-How und Manneskraft wurde der 36 Meter lange Baum gekonnt aus einem geheimen Ort entwendet“, berichten die stolzen Maibaum-Diebe. Auf das Versteck sind die jungen Männer gekommen, da sich im Vorfeld „jemand verplappert“ habe, erzählt Stephan Huber (23). Er ist der Vorstand der Neufinsinger Räuberbande und damit hauptverantwortlich für den „Meisterklau“, wie die Burschen den Maibaum-Coup stolz nennen.

Blockiert durch ein 1,8 Tonnen schweres Gewicht sei der Baum gewesen, sagt Huber. „Wir haben schon mehrere Maibäume geklaut - aber das ist eindeutig unser Karrierehöhepunkt.“

Eine Auslöse soll noch am Montagabend verhandelt werden. Die muss der Verein Münchner Brauereien leisten. Zumindest für Bier dürfte also gesorgt sein. „Tradition ist Tradition - wir gehen in Verhandlungen mit den Burschen“, sagt Vereins-Geschäftsführer Manfred Newrzella.

Die Sehnsucht der Münchner nach ihrem Wahrzeichen ist groß. Der alte Maibaum ist am 4. Oktober 2016 nach etwa vier Jahren Standzeit gefällt worden, weil der Stamm morsch war.

Hier soll bald wieder der Maibaum stehen. 

Johannes Heininger, Ramona Weise

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Kommentare

Woast wasAntwort
(0)(0)

vermutlich hat man ihn als sicher geglaubt, wenn er von einem 1,8 Tonnen schweren Gewicht an einem "geheimen" Ort bewacht wurde ;-) Daran, das sich jemand verplappern könnte, hat keiner gedacht :-D

seppAntwort
(1)(0)

daran denken die ganzen hipster und yupies nicht

indomito
(1)(0)

de Ismaninger warn dabei?! OK, a Sechzgerstadion als Auslöse....