Groß-Baustelle

Christkindlmarkt am Sendlinger Tor in Gefahr

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Der Christkindlmarkt am Sendlinger Tor ist bei der Bevölkerung sehr beliebt. Ihn gibt es seit dem Jahr 1995.

Fällt der Christkindlmarkt am Sendlinger Tor heuer aus? Wegen der MVG-Baustelle gibt es Platzprobleme. Die Behörden ringen um eine Lösung, der Veranstalter wartet auf ein Signal. Die SPD will, dass der Weihnachtsmarkt stattfindet.

Verkehrsteilnehmer, die die Kreuzung am Sendlinger Tor passieren, erleben es Tag für Tag: An dem Nadelöhr braucht man derzeit viel Geduld. Die Modernisierung des 45 Jahre alten U-Bahnhofs hat den Platz in eine Großbaustelle verwandelt. Innerhalb von sechs Jahren soll bis 2022 ein Zukunftsbahnhof entstehen. Das Sendlinger Tor ist einer der wichtigsten U-Bahnhöfe im Netz der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), aber seit Jahren gnadenlos überlastet. Daher wird er nun im laufenden Betrieb modernisiert und erweitert. 150 000 Fahrgäste nutzen den U-Bahnhof, an dem sechs Linien verkehren pro Tag, davon steigt die Hälfte um. Dazu verkehren, an der Oberfläche fünf Tram- und zwei Buslinien.

Aufgrund der Modernisierung des U-Bahnhofs ist der Platz derzeit beengt. Ob der Weihnachtsmarkt stattfinden kann, ist noch unklar.

Es geht also eng zu. Und das ist auch ein Problem für den Christkindlmarkt am Sendlinger Tor. Am 27. November soll der beliebte Weihnachtsmarkt starten. Veranstalter ist die Münchner Firma Zehle. Doch die wartet nach Bekunden der Stadtrats-SPD seit Monaten auf ein Signal des Kreisverwaltungsreferats (KVR), ob der Christkindlmarkt stattfinden kann. „Es kann nicht sein, dass der Betreiber so lange hingehalten wird“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Reissl unserer Zeitung. Für den Aufbau des Christkindlmarktes benötigt der Veranstalter nämlich ein Zeitfenster von etwa vier Wochen. Die SPD spricht sich in einem Dringlichkeitsantrag dafür aus, den Wehnachtsmarkt am Sendlinger Tor zuzulassen. „Es muss endlich verlässliche Aussagen geben, unter welchen Bedingungen diese Veranstaltung sowohl in diesem als auch in den Folgejahren stattfinden wird“, fordern die Sozialdemokraten.

Vom Kreisverwaltungsreferat war auf Anfrage nicht viel Erhellendes zu erfahren. KVR, Polizei, MVG und Feuerwehr stünden seit einigen Monaten in Kontakt mit dem Betreiber des Christkindlmarktes, so ein Sprecher. Wegen der Baustellensituation bestünden für heuer und auch für die kommenden Jahre besondere Herausforderungen beim Genehmigungsverfahren. „Ob und inwieweit das auf Größe, Anzahl und Situierung der Stände Einfluss haben wird, ist noch nicht abschließend geprüft.“ Das KVR sei aber bestrebt, „alle Interessen bestmöglich miteinander in Einklang zu bringen“. Von der MVG heißt es: „Aus unserer Sicht kann der Weihnachtsmarkt stattfinden, sofern die Fluchtwege über den Ausgang Richtung Sendlinger Tor offen gehalten werden.“

Eine denkbare Option: Der Christkindlmarkt, den es seit 1995 gibt, findet auf verkleinerter Fläche statt. Bisher waren rund 40 Beschicker vertreten. Laut Stadtmuseum fand bereits von 1886 bis 1936 vor den Anlagen am Sendlinger Tor ein „Christmarkt“ statt.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Altstadt/Lehel – mein Viertel“.

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